Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Bärbel Wardetzki Gedanken zum Tag

Das Prinzip des "Schritt für Schritt" ist eine bewährte Methode, um Veränderungen zu meistern, weil wir sie selten auf einmal bewältigen können.

Stand: 28.01.2021 00:01 Uhr

Gedanken zum Tag | Bild: colourbox.com/Montage: BR

28 Januar

Donnerstag, 28. Januar 2021

Das Prinzip des "Schritt für Schritt" ist eine bewährte Methode, um Veränderungen zu meistern, weil wir sie selten auf einmal bewältigen können. Effektiv ist es, uns immer wieder zu überlegen, welcher Schritt jetzt nötig ist, um das zu erreichen, was im Moment ansteht. Je nach der Tiefe der Verzweiflung könnte es sein, dass der erste Schritt bedeutet, überhaupt aufzustehen und sich zu waschen. In einem anderen Fall geht es darum, sich zu überlegen, welche Aufgaben anstehen, um einen Umzug zu organisieren oder um eine Pflegemöglichkeit für die erkrankte Mutter zu arrangieren. Wenn wir solche großen Aufgaben in kleine Schritte unterteilen, werden sie handhabbar und verlieren an Schrecken. Dazu brauchen wir Zeit, um herauszufinden, was gerade jetzt wichtig und notwendig ist. Das hilft, das Unbekannte anzupacken. Gerade in Zeiten, in denen uns der Boden unter den Füßen weggezogen wurde, brauchen wir Halt durch andere Menschen, die uns trösten, Mut machen oder konkret mithelfen. Sie unterstützen uns, eigene Kraftreserven zu aktivieren, und geben uns das Gefühl, nicht allein zu sein. Diese soziale Einbettung verschafft Sicherheit, die uns in der Umsturzsituation fehlt, die wir dann aber brauchen.

Entnommen aus: Bärbel Wardetzki "Loslassen & dranbleiben. Wie wir Veränderungen mutig begegnen", Kösel Verlag, München 2019


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