Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Sandra Maitri Gedanken zum Tag

Die meisten von uns leben ihr Leben in den engen Grenzen ihrer Vorstellungen von sich selbst und der Welt.

Stand: 22.01.2021

Gedanken zum Tag | Bild: colourbox.com/Montage: BR

22 Januar

Freitag, 22. Januar 2021

Die meisten von uns leben ihr Leben in den engen Grenzen ihrer Vorstellungen von sich selbst und der Welt. Aus der Perspektive all jener, die nicht eingesperrt sind, entspricht das einem winzigen Fragment des Raumes, der uns wirklich zur Verfügung steht. Bestimmte Gedankenmuster, Gefühle und - am eindeutigsten - Situationen wiederholen sich in unserem Leben immer wieder und verleihen unserem inneren Erleben den Anschein von Gleichförmigkeit. Hinter diesen sich wiederholenden Mustern stehen unsere festen Vorstellungen davon, wer wir sind und wie die Welt beschaffen ist, in der wir leben. Diese Überzeugungen haben sich in den ersten Lebensjahren herausgebildet, als unser Selbstbild in Reaktion auf unsere Begegnungen mit der Umwelt und den Menschen sowie in Verbindung mit unseren angeborenen Veranlagungen entstanden ist. Sie haben unseren Gedankenmustern und emotionalen Reaktionen ihre Form gegeben und uns zu einer konsequenten eigenen inneren Erfahrung verholfen. (...) Trotz all unserer Bemühungen, mit dem zufrieden zu sein, was uns die Gesellschaft als erstrebenswert vorgibt - Geld, Besitz, Anerkennung, Macht, Berühmtheit oder Beziehungen - fühlen wir womöglich nur eine vage Unzufriedenheit, ein dumpfes Gefühl von Leblosigkeit und einen Mangel an Sinn und Erfüllung.

Entnommen aus: Sandra Maitri "Neun Porträts der Seele. Die spirituelle Dimension des Enneagramms", aus dem Englischen von Christine Bolam, Kamphausen Verlag, Bielefeld 2014 (E-Book 'Einführung')


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