Bayern 2 - Gedanken zum Tag


7

Barbara Sher Gedanken zum Tag

Wir sind intensiv mit unserer Vergangenheit verbunden. Wir haben stets voller Bedauern hingenommen, dass wir das Glück nicht festhalten können

Stand: 18.01.2021

Gedanken zum Tag | Bild: colourbox.com/Montage: BR

18 Januar

Montag, 18. Januar 2021

Wir sind intensiv mit unserer Vergangenheit verbunden. Wir haben stets voller Bedauern hingenommen, dass wir das Glück nicht festhalten können (…). Wir verbinden unsere schönsten Erinnerungen vielleicht mit Orten - mit dem Baumhaus, das wir als Kind hatten, der Schule mit all unseren Freunden, einer großartigen Reise nach Paris -, weil wir diese Orte durch die Brille der Erinnerung sehen und sie sehr vermissen. Aber in Wirklichkeit hängen wir an der Zeit. (…) Besuchen wir diesen alten Ort aber aufs Neue, ist - selbst wenn das Haus noch steht - nichts mehr so wie früher. Alles wirkt leer und fremd, weil die geliebte Zeit an diesem Ort verflogen ist. Aber die Zeit verschwindet nie aus unserem Herzen. Jede Erinnerung bleibt in unserem Inneren erhalten, und wir können sie betrachten, wann immer wir es möchten. Natürlich kommt kein Moment ein zweites Mal. Selbst ohne den Tod mussten wir viele Male in unserem Leben lernen, Abschied zu nehmen. (…) Die verstreichende Zeit bringt Verluste mit sich. Aber wenn wir darüber nachdenken, erkennen wir auch, dass wir oft etwas loslassen mussten, um etwas anderes zu erreichen. Würden wir immer noch an unserem Dreirad festhalten, würden wir nie Auto fahren.

Entnommen aus: Barbara Sher "Für deine Träume ist es nie zu spät. Durchstarten in der zweiten Lebenshälfte", aus dem Englischen von Bettina Lemke, dtv Verlag, München 2014


7