Bayern 2 - Gedanken zum Tag


2

Werner Küstenmacher Gedanken zur Weihnachtszeit

Heute vor einem Jahr tauchte das Wort "Coronavirus" zum ersten Mal in Fachmedien auf, mit dem noch sehr leisen Unterton "Da könnte etwas auf uns zukommen".

Stand: 29.12.2020

29 Dezember

Dienstag, 29. Dezember 2020

Heute vor einem Jahr tauchte das Wort "Coronavirus" zum ersten Mal in Fachmedien auf, mit dem noch sehr leisen Unterton "Da könnte etwas auf uns zukommen". Ja, dann ist es tatsächlich gekommen und hat unser Leben auf den Kopf gestellt. Inzwischen können wir schon etwas Bilanz ziehen und fragen: Was haben wir seitdem gelernt? Was sehen wir jetzt anders als vorher? Ein Lernergebnis höre ich immer öfter: Dass wir Menschen viel mehr Teil der Natur sind, als wir dachten. Und dass die Natur kein liebliches Ökoparadies ist, sondern permanenter Kampf. Auch Viren sind nicht etwas Fremdes, irgendwo da draußen. Viren sind Natur. Ständig befinden sich Millionen von ihnen in unserem Körper, und jede Sekunde finden dort Abwehrkämpfe gegen sie statt. Auch Gott ist nicht etwas Fremdes, irgendwo da draußen. Ganz anders als Viren aber ist Gott die lebendige, heilsame Lebenskraft in uns und um uns. Diese erstaunliche Entdeckung feiern wir an Weihnachten: Gott wird Mensch, so sagen wir das meist. Aber eigentlich hat der Wanderprediger Jesus gesagt, dass Gott und Mensch schon immer vereint sind. Wir sind göttlich und er ist menschlich. Er ist wir, und wir sind er.

Werner Küstenmacher / unveröffentlichter Text


2