Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Werner Küstenmacher Gedanken zur Weihnachtszeit

Der 28. Dezember ist in der christlichen Tradition der "Tag der unschuldigen Kinder". Er erinnert an ein Massaker, das nach der Geburt Jesu stattgefunden haben soll.

Stand: 28.12.2020

28 Dezember

Montag, 28. Dezember 2020

Der 28. Dezember ist in der christlichen Tradition der "Tag der unschuldigen Kinder". Er erinnert an ein Massaker, das nach der Geburt Jesu stattgefunden haben soll. Der Evangelist Matthäus berichtet davon: Weil König Herodes Angst hatte, eines der in Bethlehem geborenen Kinder könnte einmal König werden, ließ er dort alle Kinder unter zwei Jahren töten. Höchstwahrscheinlich hat das so nicht stattgefunden. Allerdings sind aus der Amtszeit von Herodes ähnliche Gräueltaten an anderen Orten bekannt. Mir geht dabei folgendes durch den Kopf: Solche Taten hat der König befohlen, ausgeführt aber haben sie seine Leute. Es ist üblich, sich auf den bösen Herrscher zu konzentrieren, damit man einen Schuldigen hat. Der heutige "Tag der unschuldigen Kinder" ist auch ein "Tag der schuldigen Befehlsempfänger". Und ein guter Anlass, um sich vorzustellen, wie anders Geschichte verlaufen kann, wenn sich ein Volk gegen ungerechte Herrscher erhebt. Ich will heute an alle denken, die sich unmenschlichen Befehlen verweigern. Die ohne Angst um sich selbst auf die Straße gehen, um gegen Willkür und Gewalt zu protestieren. Sie sind die Heldinnen und Helden der Weihnachtsbotschaft: dass Friede auf Erden herrschen soll und die Menschen Wohlgefallen erleben.

Werner Küstenmacher / unveröffentlichter Text


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