Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Inge Broy Gedanken zur Adventszeit

Heute ist bei uns der kürzeste Tag des Jahres. Die Wintersonnenwende markiert den Winteranfang. Wenn heute der kürzeste Tag ist, dann bedeutet das auch: Die längste Nacht des Jahres liegt hinter uns.

Stand: 21.12.2020

21 Dezember

Montag, 21. Dezember 2020

Heute ist bei uns der kürzeste Tag des Jahres. Die Wintersonnenwende markiert den Winteranfang. Wenn heute der kürzeste Tag ist, dann bedeutet das auch: Die längste Nacht des Jahres liegt hinter uns. Obwohl unsere Tage und Nächte nicht mehr durch das natürliche Licht begrenzt sind und wir mit einem Knopfdruck jederzeit Licht machen können, bedeutet es viel, wenn die Dunkelheit allmählich weicht. Die dunklen, langen Winternächte sind oft schwer zu ertragen, wenn jemand um einen Menschen trauert. Oder für diejenigen, die allein leben oder für jene, die krank sind. In diesem Jahr kommen uns manche Nächte noch länger und dunkler, und die Pandemie lastet manchmal selbst wie eine dunkle Nacht auf uns. Die Wintersonnenwende ist von alters her bedeutsam, weil den Menschen damals wie heute das Licht und die Wärme der Sonne fehlten. Deshalb haben sich auch etliche Volksbräuche gebildet, die das Dunkel vertreiben sollten. Auch der Weihnachtstermin wurde lange damit verbunden, weil Christus das Licht der Welt symbolisiert. Licht und Wärme sind für uns lebensnotwendig - im biologischen, aber auch im übertragenen Sinne: Wir hoffen, dass die Nächte unseres Lebens kürzer sind und die Tage länger. Wir hoffen in einer Krise, dass wir am Wendepunkt sind und das Schlimmste schon überstanden haben. Ich wünsche mir gerade in diesem Jahr, dass die Wintersonnenwende für uns alle auch eine Hoffnungswende sein möge.

Inge Broy / unveröffentlichter Text


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