Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Johanna Haberer Gedanken zur Adventszeit

Es gibt wohl keine Zeit im Jahr, in der wir uns so nahe sind, wie in der Advents- und Weihnachtszeit.

Stand: 18.12.2020

18 Dezember

Freitag, 18. Dezember 2020

Es gibt wohl keine Zeit im Jahr, in der wir uns so nahe sind, wie in der Advents- und Weihnachtszeit. Oma, Opa, Enkel, Tanten und Onkels sitzen gemeinsam um einen Tisch. Wir backen, kochen, essen und trinken zusammen. Wir machen uns Gedanken, was wir den geliebten Menschen Gutes tun und womit wir ihnen eine Freude machen können. Niemals sonst im Jahr sind wir so zusammen, niemals sonst im Jahr berühren wir uns so oft. Nehmen uns in die Arme, halten uns und sehen uns an, dankbar, dass der andere und die andere da ist. Abstand. Das war wohl in den langen vergangenen Monaten für unsre Gefühle das Unwort eines jeden Tages. Und auch diese "staade Zeit" steht unter diesem Ausrufezeichen: Abstand. Die Gesichter sind bedeckt, die Hände bleiben am eigenen Körper und ganz vorsichtig nur können wir uns näherkommen. Diese Corona-Zeit war und ist Fasten für unsere Sehnsucht den anderen zu berühren. Der Sinn des religiösen Fastens ist es ja auch, dass wir durch Verzicht wieder lernen die Dinge des Lebens zu schätzen. Ein Stoppschild sozusagen für unsere Selbstverständlichkeiten. Lassen Sie es uns in dieser Adventszeit auch so sehen. Wir erleben und erfahren, wie schön es ist, dass wir einander nahe sein können, gerade, wenn wir eine Zeitlang darauf verzichten müssen. Aber wir wissen, das hört auch wieder auf. Dann dürfen wir uns wieder in den Armen liegen.

Johanna Haberer / unveröffentlichter Text


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