Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Johanna Haberer Gedanken zur Adventszeit

Christen warten auf Weihnachten. Sie warten, dass der Messias geboren wird. Einer, der den Ratlosen Rat gibt, den Zerbrochenen Heilung und dem Frieden eine Hoffnung.

Stand: 16.12.2020

16 Dezember

Mittwoch, 16. Dezember 2020

Christen warten auf Weihnachten. Sie warten, dass der Messias geboren wird. Einer, der den Ratlosen Rat gibt, den Zerbrochenen Heilung und dem Frieden eine Hoffnung. Die Christen glauben, er ist zur Zeitenwende in Bethlehem im Stall geboren. Seither rechnen wir in vor Christus und nach Christus. Die Juden sind der Überzeugung, der Retter der Welt kommt erst noch. Der wunderbare Schriftsteller Amos Oz hat von seiner Oma gelernt, was der Unterschied ist zwischen einem Juden und einem Christen: ‚Mein Junge, die Christen glauben, dass der Messias bereits einmal hier war und dass er eines Tages zurückkehren würde. Wir Juden hingegen glauben, dass der Messias noch nicht gekommen ist sondern noch kommen wird. Über diesen Streit, mein Junge, floss so viel Blut. Warum können nicht alle einfach abwarten? Wenn der Messias kommen und sagen würde: ‚Hallo, es ist gut euch wieder zu sehen', müssten die Juden sich bei den Christen entschuldigen. Denn die hatten recht. Wenn andererseits der Messias sagen würde: ‚Wie geht's ihnen? Es ist nett euch kennenzulernen", dann hätten die Juden richtig gelegen. Wie weise diese Großmutter doch ist. Advent, dieses Warten auf die Ankunft dessen, der die Welt heilt, das verbindet uns doch mit unseren jüdischen Schwestern und Brüdern.

Johanna Haberer / unveröffentlichter Text


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