Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Johanna Haberer Gedanken zur Adventszeit

Advent ist die Zeit der Versprechen. In unserer heiligen Schrift gibt es dafür ein sehr viel ehrwürdigeres Wort: die "Verheißung".

Stand: 15.12.2020

15 Dezember

Dienstag, 15. Dezember 2020

Advent ist die Zeit der Versprechen. In unserer heiligen Schrift gibt es dafür ein sehr viel ehrwürdigeres Wort: die "Verheißung". "Versprechen" ist im Vergleich dazu eher Alltagssprache: Eine Mutter verspricht ihrem Sohn einen Werkzeugkasten zu Weihnachten, ein Ehemann verspricht mehr zuhause zu sein. Die Tochter verspricht sich über die Mathematikbücher zu setzen.... In unserer heiligen Schrift, diesem Urtext der jüdischen und christlichen Religion wird von Verheißung geredet, wenn es um die Spanne des Wartens auf den Messias geht. Da geht es nicht um das Klein-Klein des Alltags, da geht es um Alles. Um Tod oder Leben, Krieg oder Frieden. Eine solche Verheißung steht beim Propheten Jesaja, wenn er ankündigt, dass ein wunderbares Kind geboren werden wird. Da heißt es: Denn jeder Stiefel, der mit Gedröhn daher geht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben. Stellen Sie sich einmal dieses Freudenfeuer vor: Alle Soldatenstiefel dieser Welt, landen darin, jeder blutige Umhang. Die Waffen der Bürger und der Soldaten. Entwaffnet und entwaffnend würden wir Menschen uns begegnen. Advent heißt: wir halten Wunder für möglich.

Johanna Haberer / unveröffentlichter Text


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