Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Christoph Breit Gedanken zur Adventszeit

Manche Lieder hauen plötzlich rein. Alt bekannt aber mit einem Mal rühren sie zu Tränen. Bei mir war es neulich "Yesterday" von den Beatles.

Stand: 03.12.2020

03 Dezember

Donnerstag, 03. Dezember 2020

Manche Lieder hauen plötzlich rein. Alt bekannt aber mit einem Mal rühren sie zu Tränen. Bei mir war es neulich "Yesterday" von den Beatles. Tausendmal gehört und oft am Lagerfeuer gesungen, doch plötzlich: Yesterday. All my troubles seemed so far away. Zuerst scheinen alle Probleme so weit weg zu sein. Jetzt sieht es so aus, als ob sie niemals verschwinden würden. Was Paul McCartney da über eine zerbrochene Liebe singt, passt auch in diese Zeiten. Plötzlich bin ich nicht mal zur Hälfte der, der ich früher war. Eine dunkle Wolke hängt über mir. Oh, yesterday came suddenly. Doch dann hellt sich meine Stimmung wieder auf. Es ist nicht alles grau und dunkel, auch heute nicht. Das was gestern war, war so schön, dass es auch ins Heute leuchtet. Die vielen Begegnungen sind nicht weg, sondern sind Teil meines Lebens. Auf das ich zwar jetzt verzichten muss, das aber auch wiederkommt. Vielleicht ist das auch der Grund, warum Lichter und Kerzen im Advent so eine große Rolle spielen. Als Erinnerung an Licht im Leben und Vorbote des kommenden Lichtes. Das gestern schon war und morgen kommen wird. Der Apostel Paulus sagt: wir sehen jetzt durch einen dunklen Spiegel, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Ja, das gestern war schön und ist vorbei. Das was kommt, wird mindestens genauso schön. Ich glaube ans Morgen.

Christoph Breit / unveröffentlichter Text


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