Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Paul Coutinho Gedanken zum Tag

Wie häufig haben wir Angst vor den Tigern, die auf uns warten: Oh nein, da drüben lauert ein Tiger auf mich - ein Tiger namens "meine Kreditkartenrechnung", "meine übermäßige Esssucht", "meine große Präsentation"...

Stand: 24.11.2020

Gedanken zum Tag | Bild: colourbox.com/Montage: BR

24 November

Dienstag, 24. November 2020

Wie häufig haben wir Angst vor den Tigern, die auf uns warten: Oh nein, da drüben lauert ein Tiger auf mich - ein Tiger namens "meine Kreditkartenrechnung", "meine übermäßige Esssucht", "meine große Präsentation diese Woche auf der Arbeit", "der Streit, den ich mit meiner Schwester hatte", "das schlechte Benehmen meiner Kinder", "meine Machtverliebtheit und meine Selbstherrlichkeit", "die ärztliche Diagnose meines Partners"… Aber wissen Sie was? Während Sie hier sitzen und darüber nachdenken, welcher Tiger da lauert, befindet sich Ihr Körper hier. Ihr Verstand ist dort und Ihr Körper ist hier. Sie sind nicht ganz; Ihr Selbst blendet sich ein und aus. Sie können das Geschenk der Gegenwart nicht wirklich genießen, weil Sie an den Tiger denken. Ihr Verstand erlaubt Ihnen nicht, im Moment zu leben. Entweder er bedauert etwas, was in der Vergangenheit liegt, oder er hat Angst vor der Zukunft. Und wenn der Tiger über Sie herfällt, werden Sie herausfinden, dass es nicht so ist, wie Sie erwartet haben, und Sie denken: Warum habe ich bloß all die Zeit mit der Sorge um den Tiger verschwendet? (…) Leben Sie das Leben - leben Sie es in vollen Zügen.

Entnommen aus: Paul Coutinho "Wie groß ist dein Gott? Über die Freiheit, das Göttliche zu erfahren", aus dem Englischen von Robert Cathomas und Helga Jacobsen, Chalice Verlag, Xanten 2017


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