Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Helmut Zöpfl Gedanken zum Tag

Wann denken wir eigentlich darüber nach, dass das größte aller Wunder das Leben ist, vor allem aber, dass Leben ein ständiges Angewiesen sein ist.

Stand: 29.10.2020

29 Oktober

Donnerstag, 29. Oktober 2020

Wann denken wir eigentlich darüber nach, dass das größte aller Wunder das Leben ist, vor allem aber, dass Leben ein ständiges Angewiesen sein ist. Eine der ganz entscheidenden Sätze finden wir bereits bei Aristoteles: Dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile, ist vielleicht eine der klügsten Feststellungen der Philosophie und kann gerade in unserer Zeit nicht oft genug vor Augen geführt werden. Die moderne Naturwissenschaft hat uns den Gedanken aufgezeigt, dass das All nicht ein bloßes Nebeneinander von Sternen ist, sondern, dass alles in einer letzten Verbindung durch die im ganzen All herrschenden Naturkräfte steht. Unser Körper und der alles Lebendigen ist ein aufeinander abgestimmter Organismus, in dem jeder Teil mit dem Ganzen verwachsen ist, ja irgendwie selbst Ganzes ist. In der Quantenforschung ist es zu der erstaunlichen Feststellung gekommen, dass auch innerhalb der kleinsten Teile wiederum eine unglaubliche Verwiesenheit miteinander und innerhalb ihrer selbst besteht, die sogar über Zeit und Raum hinausgegeben ist. Was ist dieses von Goethe in Faust angesprochene "Band", das alles zusammenhält? Sicher nichts, was sich bloß materialistisch definieren lässt. Der als so wissenschaftlich sich gebende Materialismus, das ist erwiesen, ist längst tot, denn wir wissen, dass alles Materielle geistig zusammengehalten wird. So würde es nicht einmal wundern, wenn letztlich einmal als die eigentliche Weltformel die Liebe entdeckt werden sollte.

Helmut Zöpfl / unveröffentlichter Text


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