Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Ute Pfeiffer Gedanken zum Tag

Die Bibel kennt eine umfassende Inklusion. Sie zu leben, so oft es geht, das ist nicht nur eine Pflicht für unsere Kirche, sondern auch eine große Chance.

Stand: 17.10.2020

17 Oktober

Samstag, 17. Oktober 2020

Die Bibel kennt eine umfassende Inklusion. Sie zu leben, so oft es geht, das ist nicht nur eine Pflicht für unsere Kirche, sondern auch eine große Chance, in den eigenen Reihen, aber auch in die Gesellschaft hinein beispielhaft zu wirken, ein stückweit vielleicht sogar vorbildhaft. Das bekannteste biblische Bild für die inklusiv gedachte christliche Kirche findet sich im Neuen Testament. Der Apostel Paulus beschreibt in einem seiner Briefe die Gemeinde als einen lebendigen Organismus, als einen Körper, dessen Haupt Jesus Christus ist. Die einzelnen Glieder dieses Leibes sind die glaubenden Menschen. Jeder und jede ist ein Teil davon, ungeachtet dessen, wie alt er ist, welchen Geschlechtes, wo er herkommt oder wie er gesellschaftlich gesehen dasteht. An diesem Leib ist keiner genauso wie der andere, diesen Organismus macht eine große Vielfalt aus. Und genau so, in seiner Verschiedenheit, ist er von Gott gewollt. Und doch ist er eine Einheit, ein Verbund von Teilen, die alle gleichermaßen voneinander abhängig sind. Es gibt keine lebenswichtigen und weniger notwendigen Elemente, keine hervorgehobenen und zu vernachlässigenden. (…) Paulus beschreibt in seinem Bild nichts anderes als Inklusion, das gleichberechtigte Teilhaben und Teilgeben aller Beteiligten. Im Haus Gottes wird jeder von den anderen gebraucht und jeder selbst braucht gleichermaßen die anderen.

Entnommen aus: Ute Pfeiffer "Mein Gott, Kirche! Warum sie wieder für UNS da sein muss", Ullstein Verlag, Berlin 2017


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