Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Bob Roth Gedanken zum Tag

Für manche klingt Transzendenz eigenartig – fast mystisch oder jenseitig.

Stand: 16.10.2020

Gedanken zum Tag | Bild: colourbox.com/Montage: BR

16 Oktober

Freitag, 16. Oktober 2020

Für manche klingt Transzendenz eigenartig – fast mystisch oder jenseitig. (…) In Wahrheit ist sie überhaupt nicht eigenartig. Wir suchen immerzu nach Transzendenz – wann immer wir Grenzen überschreiten, wann immer wir Grenzen austesten. Wir wollen schneller laufen, höher springen, mehr lernen, mehr verdienen, mehr sehen, mehr fühlen. (…) Wir nehmen eine neue Stelle an, die uns mehr fordert und die kreativer ist. Wir tun etwas, was wir noch nie gemacht haben, schließen uns einer Theatergruppe an oder einem Spinnkurs. Wir machen Urlaub an exotischen Orten. Fazit = Wir tun etwas, was das Gewöhnliche außergewöhnlich macht. Wir fühlen uns elektrisiert, lebendig, voller Kraft. Doch das hält nur kurz an, denn gemeinhin wird das Außergewöhnliche recht bald schon wieder normal. Wir sehnen uns nach Transzendenz, die aber nicht einfach dadurch zustande kommt, dass wir unseren Alltag auf der horizontalen Ebene verändern, etwa indem wir eine Woge auf dem Ozean gegen eine andere austauschen. Echte Transzendenz greift viel tiefer. Sie ist vertikal. Sie reicht über die Wellen hinaus, greift auf die unbegrenzte Stille zu, die tief im Inneren liegt. Erfahren Sie diese reine Stille in sich, am Ursprung des Denkens, und sei es auch nur für einen Augenblick, dann vergessen Sie das Ihr Leben lang nicht mehr.

Entnommen aus: Bob Roth "Still werden - Kraft tanken. Mit der Transzendentalen Meditation", mit Kevin Carr O’Leary, übersetzt von Ulrich Magin, Kamphausen Verlag, Bielefeld 2018


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