Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Diana Dreeßen Gedanken zum Tag

Es ist immer wieder erstaunlich zu beobachten, welch langen Atem Menschen unter Beweis stellen, wenn es darum geht, sich aus fast unzumutbaren Verhältnissen herauszubewegen.

Stand: 06.10.2020

Gedanken zum Tag | Bild: colourbox.com/Montage: BR

06 Oktober

Dienstag, 06. Oktober 2020

Es ist immer wieder erstaunlich zu beobachten, welch langen Atem Menschen unter Beweis stellen, wenn es darum geht, sich aus fast unzumutbaren Verhältnissen herauszubewegen. Ob es die Ehe ist, die man vor zwanzig Jahren eingegangen ist und jetzt nicht so einfach auflösen möchte, da man beruflich eng miteinander verflochten ist - und da sind ja auch noch die Kinder. Ob es der Job ist, den man gerade als Projektmanagerin angetreten hat, der aber, wie sich herausstellt, nur vergeben wurde, damit die Budgetstelle für die Abteilung nicht gestrichen wird, so dass man im Grunde genommen nicht ausgelastet ist - schon gar nicht mit einer befriedigenden Arbeit. Welche Mechanismen sind da am Werk, dass es uns so schwerfällt, uns von "Schlechtem" zu trennen? Ist es die vage Hoffnung, dass es doch noch besser wird? (…) Ist es die Angst, dass die neuen Lebensumstände, in die wir uns durch einen Wechsel begeben würden, noch schlimmer sein könnten als die alten? Ist es die fatalistische Haltung, dass wir am Gang der Dinge sowieso nichts ändern können? Für jegliche Art von Problemen gibt es Lösungen. Wir müssen nur die Augen öffnen und hinschauen. Oder hinfühlen. Denn wenn wir uns trauen, hinzufühlen und in uns hineinzuhorchen, spätestens dann merken wir, dass wir eine Kurskorrektur und einen Richtungswechsel nicht länger aufschieben sollten.

Entnommen aus: Diana Dreeßen "Steh auf und nimm dein Leben in die Hand. Kurskorrektur für Anfänger und Fortgeschrittene", dtv Verlag, München 2015


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