Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Helmut Zöpfl Gedanken zum Tag

Das Steinsein hat ja mehrere Seiten.

Stand: 02.07.2020

02 Juli

Donnerstag, 02. Juli 2020

Das Steinsein hat ja mehrere Seiten. Die eine ist Starrheit, Unbeweglichkeit, Leblosigkeit, die in bestimmten Bildern eher als etwas Negatives gesehen wird, wenn man z.B. wie in dem bekannten Märchen vom "Steinernen Herzen" spricht. Dagegen kann der Stein aber auch als Symbol für Festigkeit auftreten, ob etwas, auf das man sich verlassen kann. Christus hat den Apostel Petrus erwählt, indem er ihm die Eigenschaft des Stabilen, Verlässlichen nicht so leicht aus der Ruhe zu Bringenden zuspricht, indem er ihn als Petros, als Fels, als mächtigen Stein deklariert. Wieder anderswo tauchen Steine als Hindernis auf, sie können ein "Stein des Anstoßes" sein. Man kann sie sogar als Waffen benützen, die bei den schrecklichen Steinigungen, denen ja auch der erste Märtyrer Stephanus zum Opfer gefallen ist, eingesetzt werden und leider auch heute, wie man gehört hat, grausam benutzt werden. Christus hat ja bekanntlich das großartige Wort gesprochen: "Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein". Der Stein kann aber, wenn man mit ihm recht umzugehen weiß, nicht nur eine Hürde sein, man kann - das ist eines meiner Lieblingssprichwörter - aus den Steinen,die einem in den Weg gelegt werden, auch eine Treppe bauen. Eine ganz besondere Rolle spielt der Stein für unsere christliche Hoffnung als Stein, der bei der Auferstehung Christi vom Grab weggerollt wurde.

Helmut Zöpfl / unveröffentlichter Text


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