Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Stephanie Mende Gedanken zum Tag

Wir waren 30 junge Leute, die einen Monat lang mit der Gemeinschaft zusammengelebt haben, das heißt, wir waren nicht in einem Gästebereich untergebracht, sondern echt integriert, haben mitgebetet und mitgearbeitet.

Stand: 30.06.2020

30 Juni

Dienstag, 30. Juni 2020

Wir waren 30 junge Leute, die einen Monat lang mit der Gemeinschaft zusammengelebt haben, das heißt, wir waren nicht in einem Gästebereich untergebracht, sondern echt integriert, haben mitgebetet und mitgearbeitet. (…) Damals habe ich mich zum ersten Mal mit der ignatianischen Spiritualität beschäftigt. (…) Der ignatianische Gebetsschritt, mir die biblische Szene vorzustellen und das Geschehen auf mich wirken zu lassen, hat mir geholfen, dem Text wirklich nachzuspüren und mir die Zeit zu nehmen, darauf zu achten, welches Wort mich anspricht. Es hat meine empfangende, betrachtende, hörende Haltung im Gebet geschärft und mich daran erinnert, dass ich im Gebet in der Gegenwart eines Anderen bin, dessen Wort mich wirklich überraschen, ärgern, trösten und ermutigen kann. (…) Wir glauben, dass Gott sich uns Menschen unmittelbar offenbaren kann und in unserem Leben wirkt. Wir hören auf den Heiligen Geist und wollen uns von ihm führen lassen. Dabei ist die Unterscheidung der Geister ein wichtiger Aspekt. Es geht darum, immer wieder zu überprüfen, ob ich etwas für Gott mache oder ob das, was ich mache, von Gott kommt. Also zu unterscheiden, ob ich gerade meine eigene Idee verfolge oder ob ich offen bin, wahrzunehmen, was Gott mir sagen will, und darauf zu hören, wohin er mich führt und leitet.

Entnommen aus: Stephanie Mende "Um Gottes willen. Warum Menschen heute ins Kloster gehen", adeo Verlag, Aßlar 2020
(E-Book, Kap. 'Mich vom Heiligen Geist führen lassen')


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