Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Monika Tremel Gedanken zur Fastenzeit

Leo ist ein Jahr alt. Er sitzt in seinem Hochstuhl und spielt mit einem Löffel. Immer wieder lässt er den Löffel auf den Boden fallen, schaut ihm hinterher und freut sich riesig, wenn man ihn wieder aufhebt.

Stand: 23.03.2020

23 März

Montag, 23. März 2020

Leo ist ein Jahr alt. Er sitzt in seinem Hochstuhl und spielt mit einem Löffel. Immer wieder lässt er den Löffel auf den Boden fallen, schaut ihm hinterher und freut sich riesig, wenn man ihn wieder aufhebt. Grinsen über beide Ohren, zappelnde Beine, ein vergnügtes Juchzen und Hüpfen auf dem Stuhl. Kinder sind voller Energie und Lebenskraft. Was wir Erwachsene schnell als langweilig und als das immer Gleiche abtun, ist für Kinder reinstes Vergnügen. Ihr Motto ist: "mach das noch einmal." Und darin zeigt sich ihre überbordende Lebensfreude. Vielleicht können wir uns das bei Gott ja auch so vorstellen. Dass er jeden Tag zur Sonne sagt: "geh noch einmal auf". Und zum Mond, wenn er scheint: "schein noch einmal". Und zu den Vögeln, wenn sie in der Früh anfangen zu singen: "singt noch einmal". Und zu uns, wenn wir jeden Morgen aufstehen: "mach das noch einmal". Vielleicht können wir uns Gott ja so vorstellen, dass er sich jedes Mal unbändig freut, wenn wir den Tag beginnen in unserer immer gleichen Routine. Und weil Gott sich jedes Mal freut, wenn wir aufstehen, ist unser Alltag und die Wiederholung in unserem Leben keine leere Sinnlosigkeit. Es könnte sein, dass in der immer gleichen Wiederholung ein tiefer Sinn steckt. Diesen Sinn zu entdecken, dazu ruft uns die Fastenzeit auf. Wofür sind Sie heute Morgen aufgestanden? Was ist der tiefe Sinn dieses neuen Tages?

Monika Tremel / unveröffentlichter Text


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