Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Helmut Zöpfl Gedanken zum Tag

Mit dem schönen Spruch: "Nix gwiß woaß ma net", also "Nichts Gewisses weiß man nicht" reiht sich unser Denken nahtlos in die abendländische Denktradition mit einem Sokrates ein.

Stand: 28.01.2020

28 Januar

Dienstag, 28. Januar 2020

Mit dem schönen Spruch: "Nix gwiß woaß ma net", also "Nichts Gewisses weiß man nicht" reiht sich unser Denken nahtlos in die abendländische Denktradition mit einem Sokrates ein, der als eine seiner Haupterkenntnisse bekanntlich formulierte: "Ich weiß, dass ich nichts weiß". Grenzen menschlichen Wissens hat es in der Geschichte wiedergegeben. Bei Nikolaus Cusanus wurde sie sogar zur Gelehrsamkeit, zur docta ignorantia geadelt. Dem gegenüber stand auch immer die schon im "Paradies" beginnende Anmaßung, so sein zu wollen wie Gott in seiner Allwissenheit. Goethe hat dies so schon in dem Wunsch des Wagners in Faust karikiert: "Zwar weiß ich viel, doch möcht ich alles wissen". Im Bayerischen werden solche Leute auch öfter "Gscheithaferl" genannt. Gerade die ganz großen Naturwissenschaftler gestehen heute unsere Wissensgrenzen ein, die Quantenphysik und die Chaosforschung haben dazu beigetragen, dass Redlichkeit und Bescheidenheit wieder Ausweis eines echten Wissenschaftlers ist. Was den Bayern anbelangt, fügt mancher sogar dem: "Nix gwiß woaß ma net" noch ein "und net amal des is gwiß" hinzu.

Helmut Zöpfl / unveröffentlichter Text


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