Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Margarete Dvorak Gedanken zur Adventszeit

Noch einmal die Fußspitzen ins Meer halten, die nach Australien ausgewanderte Tochter in den Arm nehmen oder ein Besuch im Disneyland - letzte Wünsche schwerstkranker Menschen, deren Ende naht.

Stand: 03.12.2019

03 Dezember

Dienstag, 03. Dezember 2019

Noch einmal die Fußspitzen ins Meer halten, die nach Australien ausgewanderte Tochter in den Arm nehmen oder ein Besuch im Disneyland - letzte Wünsche schwerstkranker Menschen, deren Ende naht. Oft ist es schwer, einen solchen letzten Herzenswunsch zu erfüllen: die Zeit wird knapp, die Kräfte eines Todgeweihten schwinden, die Umstände sind schwierig oder die finanzielle Belastung ist für die Angehörigen zu groß. Um einen solchen Wunsch doch möglich zu machen, gibt es hier zu Lande gemeinnützige Vereine, die letzte Herzenswünsche erfüllen. Dafür werden Spenden gesammelt, Flohmärkte organisiert, Benefizkonzerte veranstaltet oder selbst zusammengestellte Kochbücher verkauft. Für den Sterbenden und seine Angehörigen ist die Wunscherfüllung dann kostenlos. Ehrenamtliche Helfer dieser Vereine holen sich für ihr Vorhaben die ärztliche Zustimmung ein und sorgen je nach Bedarf für die pflegerische und medizinische Begleitung. "Aber die Mühe lohnt sich in jedem Fall", erzählen die Helfer, "diese beglückende Erfahrung springt auf uns alle über". Sie beschreiben dann den Augenblick, wenn der Wunsch in Erfüllung geht und Glückseligkeit über das Gesicht des Todgeweihten huscht, als "heiligen Moment". Die Begleiter werden Zeugen, wie ein Leben rund wird. Manchmal kommt es sogar vor, dass jemand gleich danach stirbt, aber mit einem Lächeln auf dem Gesicht.

Margarete Dvorak / unveröffentlichter Text


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