Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Walter Rupp Gedanken zum Tag

Jahrhundertelang glaubte man, man könne aus der Bibel das Schöpfungsdatum der Welt errechnen. Man ging von der naiven Vorstellung aus, die Erschaffung der Welt sei wie ein Protokoll von einem, der dabei war, aufgezeichnet worden.

Stand: 23.09.2019

23 September

Montag, 23. September 2019

Jahrhundertelang glaubte man, man könne aus der Bibel das Schöpfungsdatum der Welt errechnen. Man ging von der naiven Vorstellung aus, die Erschaffung der Welt sei wie ein Protokoll von einem, der dabei war, aufgezeichnet worden. So errechnete der angelsächsische Benediktinermönch Beda Venerabilis um das Jahr 700 aus den Angaben der hebräischen und lateinischen Bibel - das Datum der Erschaffung  auf den 18. März 3952 vor Christus. Man verstand die Schöpfungsgeschichte der Bibel als historischen Bericht. Aber Sie ist ein poetisches Buch: Es will keine naturwissenschaftliche Antwort auf die Frage geben, wie alles geworden ist. Es deutet auf Gott, den Urheber, dem alles, was ist, sein Dasein verdankt und schildert sein Werk in poetischen Bildern. Die Naturwissenschaften haben wohl mit der Entdeckung, dass alles vor 13,7 Milliarden Jahren mit dem Urknall begann, alle idyllischen Vorstellungen von einem Paradieses-Garten zerstört, aber nicht Gott als den Schöpfer dieses großartigen Werkes widerlegt. Sie haben nur mit einer naiven Vorstellung aufgeräumt und unseren beschränkten Horizont erweitert.

Walter Rupp / unveröffentlichter Text


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