Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Isabell Prophet Gedanken zum Tag

Es fällt vielen Menschen heutzutage wahnsinnig schwer, ein Buch zu lesen. Ständig piepst irgendwas. Entweder die Chefin will was, der Steuerberater oder die kleine Schwester.

Stand: 13.05.2019

Gedanken zum Tag | Bild: colourbox.com/Montage: BR

13 Mai

Montag, 13. Mai 2019

Es fällt vielen Menschen heutzutage wahnsinnig schwer, ein Buch zu lesen. Ständig piepst irgendwas. Entweder die Chefin will was, der Steuerberater oder die kleine Schwester. Alle drei halten sie uns regelmäßig vom Arbeiten ab. Früher war man mal stolz drauf, wenn man mit Kopf und Händen gleichzeitig an verschiedenen Dingen arbeiten konnte, das galt als Ausweis besonderer Leistungsfähigkeit. Heute lautet die Botschaft aus der Wissenschaft: Multitasking ist Mist. Es funktioniert nicht. Wir meinen, wir haben die Ressourcen, uns nebenbei um all die kleinen Dinge zu kümmern: E-Mails, Fragen von Kollegen, Soziale Netzwerke. Aber das ist erstens falsch und zweitens Selbstbetrug. Multitasking macht nicht produktiv, schneller oder flexibler. Es macht uns langsam und bringt uns durcheinander. Ablenkung macht uns außerdem unglücklich, es werden mehr Stresshormone ausgeschüttet, und am Ende des Tages können wir uns weniger gut daran erinnern, was wir eigentlich getan haben. (…) Sich Zeitfenster für konzentrierte stille Arbeit zu schaffen, mag verdammt schwierig sein, aber es lohnt sich. Wir können Dinge in einem Rutsch erledigen, statt immer wieder neu anzusetzen. Niemand stört einen Gedanken dabei, sich zu entwickeln und zu einer tollen Idee zu formen. Und wer keine Störung erwartet, der steckt all seine mentalen Ressourcen in seine eine Aufgabe.

Entnommen aus: Isabell Prophet "Die Entdeckung des Glücks. Dein Leben fängt nicht erst nach der Arbeit an", Mosaik Verlag, München 2017


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