Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Werner Küstenmacher Gedanken zur Passionszeit

Jesus ist bei seiner Kreuzigung nicht gestorben. So beschreibt es der renommierte Historiker Johannes Fried in einem erst vor kurzem erschienenen Buch.

Stand: 20.04.2019

20 April

Samstag, 20. April 2019

Jesus ist bei seiner Kreuzigung nicht gestorben. So beschreibt es der renommierte Historiker Johannes Fried in einem erst vor kurzem erschienenen Buch. Seine These: Jesus erlitt bei seiner Folterung eine Lungenverletzung und fiel am Kreuz in eine Kohlendioxidnarkose. Nur eine gezielte Punktion konnte sein Leben retten. Genau dafür sorgte ein römischer Soldat, als er ihm mit einer Lanze in die Seite stieß. Jesus wurde vom Kreuz abgenommen, ins Grab gelegt und bald darauf lebend gesehen. So könnte es gewesen sein, oder auch ganz anders. Mich fasziniert, dass Menschen bis heute so brennend interessiert sind an diesem Jesus. Und dass sie schon von Anfang nicht sicher waren, was da genau passiert ist zwischen Karfreitag und Ostersonntag. In dem biblischen Bericht von Matthäus taucht bereits die Befürchtung auf, dass die Jünger den Leichnam ihres Meisters stehlen könnten - und dann behaupten, er sei auferstanden. Früher war ich sicher: Als Christ muss man daran glauben, dass Jesus auf wunderhafte Weise auferstanden ist. Inzwischen denke ich: Das ist gar nicht so wichtig. Ob ein Mensch an die Auferstehung glaubt oder an die Kohlendioxidnarkose, oder einfach nur an einen erleuchteten Wanderprediger aus Nazareth - entscheidend ist doch, dass er die unendlich menschenfreundliche, friedliche Botschaft des lebenden Wanderpredigers Jesus versteht und in die Tat umsetzt.

Werner Küstenmacher / unveröffentlichter Text


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