Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Max Kronawitter Gedanken zur Fastenzeit

Vor Ostern hat mich meine kleine Tochter einmal sehr irritiert. Nachdem sie in der Grundschule über den Leidensweg Jesu gesprochen hatten, beschäftigte sie ein seltsames Unbehagen.

Stand: 12.04.2019

12 April

Freitag, 12. April 2019

Vor Ostern hat mich meine kleine Tochter einmal sehr irritiert. Nachdem sie in der Grundschule über den Leidensweg Jesu gesprochen hatten, beschäftigte sie ein seltsames Unbehagen: "Das ist doch völlig sinnlos" - erklärte sie mir - "wenn einer erst umgebracht wird, damit er dann wieder lebendig gemacht wird". Mit allen möglichen Erklärungen habe ich versucht, das Unverständnis der 8jährigen auszuräumen: Ich habe ihr dargelegt, dass es ja Menschen waren, die Jesus getötet haben, Gott aber, der ihn auferweckt hat. So ganz überzeugen konnte ich sie nicht. Warum mußte Jesus sterben? Auch die Jünger standen zunächst vor einem totalen Scherbenhaufen. Der, dem sie drei Jahre lang gefolgt waren, wird vor ihren Augen schändlich gemartert und stirbt. Mit ihm stirbt ihre Hoffnungen auf eine neue Zeit. Doch dann kommt alles anders. Mit Jesu Auferstehen erhalten sie nicht nur ihren Meister zurück. Er ist derselbe und doch auch viel mehr als zuvor. Es gibt ihn offenbar wirklich, den, der aus dem Tod erretten kann. Erst das Sterben und die Auferstehung geben dem Leben Jesu eine ganz neue Dimension. Seine Botschaft, für die er selbst sein Leben gibt wird vom Himmel bestätigt. Weil er den Tod durchschritten hat, wird allen klar, dass er die Brücke ist hinüber in eine andere Wirklichkeit. Zugegeben, ob eine 8jährige Tochter das auch so sieht, ist fraglich. Dass es aber ziemlich cool ist, wenn jemand aus dem Grab aufersteht, das versteht auch sie.

Max Kronawitter / unveröffentlichter Text


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