Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Max Kronawitter Gedanken zur Fastenzeit

Briefbomben werden nicht nur durch Postboten zugestellt. Massenhaft landen sie mittlerweile bei vielen von uns im Postfach des E-Mailprogramms. Wer sie öffnet, dem droht großer Schaden.

Stand: 09.04.2019

09 April

Dienstag, 09. April 2019

Briefbomben werden nicht nur durch Postboten zugestellt. Massenhaft landen sie mittlerweile bei vielen von uns im Postfach des E-Mailprogramms. Wer sie öffnet, dem droht großer Schaden: Computer werden von Viren verseucht, Systeme stürzen ab, Trojaner spionieren unsere geheimsten Daten aus. Wie kann man sich schützen? In einem Artikel beklagte kürzlich ein IT-Berater einen Mangel an Fehlerkultur. Was er damit meint, erklärte er so: Wenn ein Mitarbeiter eines Unternehmens versehentlich eine gefährliche Mail oder einen Link öffnet, dann verschweigt er das meist aus Scham oder aus Angst vor Konsequenzen. Würde er seinen Fehlgriff melden, könnte sich das Unternehmen schützen. So aber hat der Angreifer freies Spiel. Gibt es in einem Unternehmen allerdings eine Fehlerkultur, dann haben die Angestellten den Mut zuzugeben, was sie falsch gemacht haben. Eine Fehlerkultur wie sie heute IT Berater anmahnen, hat in einem Unternehmen bereits eine 2000jährige Tradition. Die Kirche lädt seit ihren Anfängen dazu ein, sich als Vorbereitung auf Ostern der eigenen Fehler bewusst zu werden. Wer sich darauf einlässt, wird die eigenen Fehltritte nicht nur benennen, er kann sie in einem Beichtgespräch auch aussprechen und dabei sogar loswerden. Auch wenn die Nachfrage gesunken ist, die Fehlerkultur gehört fest zum Konzept der Kirchen. Wer gewohnt ist, seine Entgleisungen regelmäßig anzuschauen, dem fällt es wahrscheinlich auch leichter zuzugeben, dass er eine gefährliche Mail geöffnet hat. Etwas zugeben ist immer auch der erste Schritt hin zu einer Lösung.

Max Kronawitter / unveröffentlichter Text


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