Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Dietmar Rebmann Gedanken zur Fastenzeit

Der ganze Kopf ist durch die Fixierung auf Erfolg in ständiger Anspannung und Überspannung. Und das wirkt sich schädlich auf den ganzen Rücken aus.

Stand: 12.03.2019

Gedanken zur Fastenzeit | Bild: picture-alliance/dpa

12 März

Dienstag, 12. März 2019

Viele Milliarden Euro müssen die Krankenkassen jedes Jahr bezahlen für die Behandlung von Schäden an der Wirbelsäule und im Rückenbereich. Mediziner sagen: diese Krankheiten entstehen, weil Menschen hartnäckig etwas durchsetzen wollen. Der ganze Kopf ist durch die Fixierung auf Erfolg in ständiger Anspannung und Überspannung. Und das wirkt sich dann schädlich auf den ganzen Rücken aus. Eine besondere Therapie gegen hartnäckige Fixierung habe ich in der Bibel, im Lukasevangelium, gefunden. Jesus ist mit seinen Freunden auf dem Weg nach Jerusalem. Unterwegs kommen sie in ein Dorf, wo man ihnen keine Unterkunft geben will. Da sagen die Jünger zu Jesus: Sollen wir Feuer vom Himmel herabrufen und das Dorf zerstören? Und Jesus herrscht sie an: Wie könnt ihr glauben, irgendetwas Gutes ließe sich mit Brutalität durchsetzen! Es ist erschreckend zu sehen, wie diese einfachen Menschen, die mit Jesus unterwegs sind, sich plötzlich zu Herren über Leben und Tod aufschwingen wollen. Aber so ist das: Die Fixierung auf den Erfolg erzeugt sofort primitive Feindbilder und die haben zu allen Zeiten eine zerstörerische Kraft. Bis dahin, dass ganze Völker sich gegenseitig ausrotten wollen. Und Menschen sich in den Dienst von Tötungsmaschinerien stellen, weil sie dabei hartnäckig etwas für sich persönlich erreichen wollen. Man kann die Warnung der Bibel in einem Satz zusammenfassen: wer hartnäckig etwas durchsetzen will, wird irgendwann einmal hartherzig. Das führt dann immer zu schweren Schäden, in meinem Körper und in meinen Beziehungen. Aber auch in den weltweiten Beziehungen und dem Zusammenleben der Völker.

Dietmar Rebmann / unveröffentlichter Text


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