Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Dietmar Rebmann Gedanken zur Fastenzeit

Wenn man nicht zur Ruhe kommt, dann soll man erst einmal eine Möglichkeit finden, Ärger und Anspannung kontrolliert loszuwerden.

Stand: 11.03.2019

Gedanken zur Fastenzeit | Bild: picture-alliance/dpa

11 März

Montag, 11. März 2019

In meinem Büro höre ich einen Presslufthammer hämmern. Das nervt. Denn ich bin auch noch leicht angeschlagen und die Nase läuft. Und dann versuche ich, ein paar Gedanken auf's Papier zu bringen. Aber es kommt nichts aus meinen Hirnwindungen. Ich nehme das Blatt, zerknülle es und schleudere es als Papierball in den Mülleimer. Das habe ich nämlich als Anregung von einem Meditationslehrer erfahren. Wenn man nicht zur Ruhe kommt, dann soll man erst einmal eine Möglichkeit finden, Ärger und Anspannung kontrolliert loszuwerden. Eben z.B. indem man einen kleinen Papierball durch die Luft wirft. Und wenn ich dazu dann auch noch sowas ausrufe wie: "Jetzt reicht's mir aber", dann fühle ich mich ein bisschen leichter. Damit man aber nicht völlig die Fassung verliert, soll man versuchen, einen Papierkorb zu treffen. Denn das gibt dann auch noch ein kleines Erfolgserlebnis. Und ich muss sagen: es funktioniert oft. Ich fühle mich freier, weil ich mit der Aktion auch ehrlich vor mir selbst zugebe, dass ich grad am Ende meiner Möglichkeiten bin. Diese Wurfübung hat aber auch noch einen tieferen spirituellen Hintergrund. Denn es gibt da einen originellen Satz in der Bibel, der mich auffordert, meine Anspannung nicht festzuhalten. Im ersten Petrusbrief heißt es: Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch. (1 Petr 5,7). Gemeint ist da natürlich Gott. Dem kann ich nicht nur alles vor die Füße werfen, sondern auf ihn drauf. Und als Grund wird angegeben: Gott sorgt sich um dich. Wenn du also mal wieder am Limit bist und nicht mehr weiterweißt, dann wirf deine Sorgen einfach auf den Herrn.

Dietmar Rebmann / unveröffentlichter Text


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