Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Helmut Zöpfl Gedanken zum Tag

Kein Zweifel, dass Kinder heute mehr mit Medien zu tun haben als früher. Das bedeutet aber nicht, dass seine uns mit dem Geschenk Leben mitgegebenen Sinne verkümmern müssen.

Stand: 14.02.2019

Gedanken zum Tag | Bild: colourbox.com/Montage: BR

14 Februar

Donnerstag, 14. Februar 2019

Ich weiß nicht mehr, wo ich es gelesen habe, aber in Zeiten, da Digitalisierung als das große Ziel für unsere Kinder allenthalben propagiert wird, tut es richtig gut, wenn jemand sagt: „Es ist sinnvoller, wenn ein Kind Freude daran hat, ein paar Minuten ein Tier zu streicheln, als stundenlang nur in sein Smartphone zu schauen. Kein Zweifel, dass Kinder heute mehr mit Medien zu tun haben als früher. Das bedeutet aber nicht, dass seine uns mit dem Geschenk Leben mitgegebenen Sinne verkümmern müssen. Das Streicheln der Mutter ihres Kindes, und das des Kindes seiner Eltern, das zarte Streicheln zweier Liebender, aber auch besagtes Streicheln eines Tieres gehört zu den elementaren und schönsten lebendigen Erlebnissen. Ich denke da auch an die Bedeutung bei alten Leuten, gerade auch bei Demenzkranken oder Sterbenden. Einige der vielen so wunderbaren ehrenamtlichen Menschen haben sich zusammengetan und besuchen mit ihren Lieblingen, Hunden und Katzen Altenheime, aber auch Schulen. Sie nennen sich bezeichnender Weise „Streichelbande“ und leisten mit ihrer Chance, zu Lebewesen zärtlich sein zu dürfen, mehr Lebensfreude als mache Unterhaltungskünstler. Wenn es in der Verheißung der christlichen Botschaft auf das Paradies heißt: „Kein Ohr hat je gehört, kein Aug' hat je verspürt solche Freude“, dann hoffe ich persönlich, dass, wenn wir schon einmal an die Auferstehung des Leibes glauben, auch noch das Streicheln seinen Raum hat.

Helmut Zöpfl / unveröffentlicher Text


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