Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Reinhard Marx Gedanken zum Tag

Wer den Glauben weitertragen will, muss (…) selbst glaubwürdig sein. Die Weitergabe des Glaubens kann nicht vor allem dadurch geschehen, dass Inhalte rezitiert und auswendig gelernt werden, sondern dadurch, dass Menschen zu Boten, zu Zeugen werden.

Stand: 14.01.2019

Gedanken zum Tag | Bild: colourbox.com/Montage: BR

14 Januar

Montag, 14. Januar 2019

Wer den Glauben weitertragen will, muss (…) selbst glaubwürdig sein. Die Weitergabe des Glaubens kann nicht vor allem dadurch geschehen, dass Inhalte rezitiert und auswendig gelernt werden, sondern dadurch, dass Menschen zu Boten, zu Zeugen werden, die die Botschaft authentisch leben, weil sie von der Wahrheit Jesu überzeugt sind. Ein älterer Priester sagte mir einmal: „Der Glaube kommt auf zwei Beinen zu uns“. Das stellt uns als Kirche in die besondere Verantwortung, glaubwürdig zu sein. Denn sonst verdunkeln wir das Zeugnis und erschweren den Weg zum Glauben. Allerdings genügt die Kirche nicht immer diesem Anspruch. Es besteht kein Zweifel, dass insbesondere die Erkenntnis über den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in der Kirche diese Glaubwürdigkeit erschüttert hat. (…) Wenn die Kirche die Botin des Gottes ist, der zu jedem Menschen sagt: „Ich liebe dich“, „Du sollst leben!“, dann muss man ihr vertrauen können. Deshalb sind Echtheit und Glaubwürdigkeit so wichtig, die zeigen, dass es keine Widersprüchlichkeit von Sein und Schein gibt. So wie bei Jesus selbst. Und deshalb ruft Jesus immer wieder dazu auf, das Innere und Äußere in Übereinstimmung zu bringen.

Entnommen aus: Reinhard Marx „Glaube!“, Kösel Verlag, München 2013


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