Bayern 2 - Breitengrad


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Polen Dank EU vom armen Nachbarn zum Musterknaben

Kaum ein Land des ehemaligen Ostblocks hat so sehr der EU entgegengefiebert wie Polen. In kaum einem anderen Land gab es dementsprechend so viele Befürworter des EU-Beitritts. Und noch heute bereuen die meisten Polen den Beitritt nicht.

Stand: 01.05.2014

Die überschwängliche Euphorie mag sich nach zehn Jahren der Mitgliedschaft zwar gelegt haben. Vor allem jene, die wirtschaftlich auf der Strecke geblieben sind, wünschen sich die gute alte Zeit zurück.

Viele Polen feiern jedes Jahr den EU-Beitritt

Viele sind es aber nicht. Eine kleine Minderheit der Sowjetnostalgiker eben. Die Mehrheit indes ist froh, dass Polen das Klischee des armen Nachbarn in Europa mittlerweile losgeworden ist.

Polen ist zum wohlhabenden Nachbarn geworden

Am EU-Projekttag 2014: Bundeskanzlerin Angela Merkel unterhält sich mit Schülern in polnischer Tracht

So sind die meisten Polen stolz darauf, dass ihr Land als eines der ganz wenigen innerhalb der EU die globale Finanzkrise gut überstanden hat. Ja, mehr noch: trotz aller Wirtschaftsprobleme gelang es einigen polnischen Unternehmen, den Weltmarkt zu erobern. Mittlerweile, so der Tenor, exportiere Polen nicht ausschließlich billige Arbeitskräfte, sondern eben auch High-Tech und Know-How.

In Polen kritisieren vor allem die Bauern die EU

Tomatenernte in Polen. Ca. 13 Prozent der Polen arbeiten in der Landwirtschaft

Unzufrieden sind eigentlich nur die Landwirte. Sie klagen über den Preisverfall, über EU-Bürokratie und die harten Arbeitsbedingungen. Dabei profitieren gerade sie von den EU-Geldern am meisten. Doch selbst ihr Klagelied kann nicht darüber hinwegtäuschen: Polen ist nach zehn Jahren EU-Mitgliedschaft im modernen und prosperierenden Europa längst angekommen. Und auch politisch hat es vor allem angesichts der jüngsten Ost-West-Krise an Bedeutung mächtig zugelegt.

Breitengrad – die Auslandsreportage

Polen – dank EU vom armen Nachbarn zum Musterknaben

Reportage am Maifeiertag, 1. Mai 2014, 13.05 Uhr

Autor: Henryk Jarczyk

Redaktion: Jörg Paas


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