Bayern 2 - Breitengrad


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Havannas Uferstraße Malecón Geschlossene Gesellschaft am offenen Meer

Trotz wirtschaftlicher Öffnung bleibt Kuba ein isoliertes Eiland - die letzte Bastion des Sozialismus in Lateinamerika. Ein Symbol der Grenzen des Systems ist der Malecón, die Uferstraße von Havanna, der "Boulevard der Sehnsüchte", oder die "letzte Mauer des Kalten Kriegs", wie der EU-Botschafter und Autor Herman Portocarero meint.

Von: Anne-Katrin Mellmann

Stand: 24.07.2017

Der Malecón zeigt die Veränderungen des Landes: Einige der wenigen Internet-Hotspots befinden sich an der acht Kilometer langen Mauer, an der sich die Wellen des Atlantiks brechen. Hunderte versammeln sich Abend für Abend und öffnen Fenster zur Welt. Am US-Botschaftsgebäude darf seit fast zwei Jahren wieder die US-Flagge wehen.

Der Malecón stehe aber auch für die Dramatik Kubas, sagt Schriftsteller Leonardo Padura. Tausende flohen von hier aus in das nur 90 Meilen entfernte Florida. Heute sei die Ferne der Anfang von etwas Neuem: Einige Kubaner können inzwischen reisen. Nach Jahrzehnten der Eiszeit laufen wieder US-Kreuzfahrtschiffe in den Hafen von Havanna ein und bringen Touristen. Die lassen sich in US-amerikanischen Autos aus den 1950-er Jahren über die kaum befahrene Uferstraße chauffieren. Die Fahrer freuen sich über gute Umsätze.

Havannas Malecón - Eindrücke von Anne-Katrin Mellmann

Breitengrad - die Auslandsreportage

Havannas Uferstraße Malecón: Geschlossene Gesellschaft am offenen Meer

Reportage am Samstag, 22.7.2017, 18:05 Uhr

Autorin: Anne-Katrin Mellmann

Sendung am Mittwoch, 26.7.2017, 14:05 Uhr

Moderation & Musik: Jay Rutledge
Redaktion: Jörg Paas


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