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Bayern 2 präsentiert Saurierausstellung in Rosenheim

Die Ausstellung "SAURIER – Giganten der Meere" im Lokschuppen Rosenheim entführt die Besucher ab dem 26. September 2019 auf eine spektakuläre Zeitreise ins Erdmittelalter.

Stand: 27.08.2019

Letzte Arbeiten am Archelon, der Meeresschildkröte. Sie wurde bis zu 4,70 m
lang und wog bis zu 2000 Kilo | Bild: Andreas Jacob

Die 22 Modelle der Meeresgiganten hinterlassen einen bleibenden Eindruck mit ihren langen Hälsen, den scharfen Zähnen im großen Maul, ihren großen Klauen oder schlichtweg mit ihrer Größe. Der Lokschuppen Rosenheim ließ diese Modelle exklusiv von einem internationalen Team aus Wissenschaftlern, Paläontologen, Kunsthandwerkern und Künstlern in Venetien entwickeln und von der Firma Prehistoric Minds produzieren. Die Modelle wurden in drei Sattelschleppern von Oberitalien nach Rosenheim transportiert und dort wieder zusammengebaut und gehängt. Keine leichte Sache – bei einem Gewicht von bis zu 250 Kilogramm und einer Länge von bis zu 12 Metern.  Für die Entwicklung und die Produktion war eine perfekte Planung nötig.

"Am wichtigsten ist die Diskussion am Anfang, wie das Modell aussehen muss. Die Haltung, die Haut, die Augen, die Größenverhältnisse – alles muss stimmen", sagt der Kurator der Ausstellung Dr. Bernd Herkner. "Wenn der Bau der Modelle in der Werkstatt begonnen hat, können wir nichts mehr ändern." Herkner hat gemeinsam mit dem Team um Prehistoric Minds – dem Paläontologen Dr. Simone Maganuco und dem Zeichner Davide Bonnadonna die Meeres-Saurier geplant. Der Teufel steckt bei der Planung oft im technischen Detail. Große Modelle müssen zerlegbar sein, und sie dürfen nicht zu schwer werden, weil sie an die Decke gehängt werden.

Davide Bonnadonna brachte als Zeichner die Modelle erst auf Papier, danach auf den Computer. Dort entstand ein virtuelles 3- D-Modell der Saurier. Eine Maschine fräste anhand dieses Modells aus Styroporblöcken ein echtes Modell. Die Styropormodelle bekamen dann einen Überzug aus Kunstharz und Polyester. Auf die Oberfläche wurde Ton aufgetragen, um die Hautschuppen zu gestalten. "Das machen wir an manchen Stellen per Hand, auf großen Flächen mit Stempeln und Rollen. Stets achten wir aber darauf, dass wir streng nach den wissenschaftlichen Vorlagen arbeiten", erklärt Simone Maganuco von Prehistoric Minds. Er ist selbst Paläontologe und legt großen Wert auf die wissenschaftliche Genauigkeit. Über den feuchten Ton bekam der Körper eine Hülle aus Kunstharz. Jedes der 22 Modelle wurde mit akribischer Sorgfalt  gefertigt.  Allein  für   die   Produktion  des  Tylosaurus  waren  600 Arbeitsstunden nötig.  Neben dem gewaltigen Tylosaurus werden auch ein Fischsaurier, ein Nothosaurus, ein Pliosaurier und ein Plesiosaurier die Besucher im Lokschuppen begeistern. Mit dabei sind aber auch Modelle eines Krokodils und einer Riesen-Schildkröte, die einst eine Größe von 4,60 Metern und ein Gewicht von bis zu 2 Tonnen erreichte.

Europas größtes digitales "Paläoaquarium"

Die 22 Stars der Urzeit sind nicht die einzigen Highlights der Ausstellung "SAURIER – Giganten der Meere".  Einmalig ist die Zusammenschau von über 200 hochkarätigen originalen Fossilien, Skeletten und Modellen – inszeniert in einer modernen Familienerlebnisausstellung. Sehenswert ist auch Europas größtes digitales "Paläoaquarium", in dem die 3 D-animierten Saurier in Originalgröße erlebbar sind.  Die Unterwasserszenen sind nicht in einem Film arrangiert, sondern generieren sich nach einem Zufallsmechanismus. Die computeranimierten Tiermodelle stammen von den Infografen aus Lübeck. "Es wird die weltweit größte Meeressaurier-Ausstellung", verspricht Miesbeck. SAURIER – Giganten der Meere behandelt das gesamte Erdmittelalter mit Trias, Jura und Kreise und gibt auch Ausblicke in die Erdneuzeit. Geologische Aspekte der Erdentwicklung werden ebenso behandelt wie die großen Aussterbeereignisse, die keiner der Urzeitriesen überlebt hat.


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