Bayern 2 - Bayerisches Feuilleton


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"Gold macht blind" Wie München zum Nabel der Schmuckwelt wurde

Gold: Selten war es so wertvoll und teuer wie heute. Nur viele moderne Schmuckkünstler interessiert es nicht mehr. Goldbarren als Geldanlage sind in, goldene Armbänder out. - Ralf Homann zergliedert, verkettet und umringt in seinem Feuilleton die Schmuckstadt München.

Von: Ralf Homann

Stand: 01.10.2011 | Archiv

Schmuckwerkstatt | Bild: picture-alliance/dpa

Was verbindet Hanau, Pforzheim, Schwäbisch-Gmünd oder Neugablonz mit München? Alle sind Schmuckstädte, doch die bayerische Metropole ist ihre ungekrönte Königin. Etwa 500 Goldschmiede leben und arbeiten in München und jedes Frühjahr pilgern noch einmal so viele zur Schmuckschau auf die Internationale Handwerksmesse. Seit über 50 Jahren ist die Schau das wichtigste Welt-Treffen von Gold- und Silberschmieden, von Schmuck-Sammlern und Galeristen.

München - Goldstadt mit Herz

Kunstakademie München

Doch zur Goldstadt mit Herz wurde München nicht nur durch diesen Markt-Platz. An der Isar gelang ein in Europa einmaliger Brückenschlag zwischen Handwerk und Kunst: Die Pinakothek der Moderne beherbergt als einziges deutsches Museum für zeitgenössische Kunst in der Danner-Rotunde eine eigene Dauerausstellung hochkarätiger Kostbarkeiten, und die Münchner Akademie der Bildenden Künste pflegt seit Jahrzehnten ein neues Verständnis vom Schmuck. Ihre Goldschmiedeklasse lockt Studierende aus der ganzen Welt an. Viele bleiben und sorgen für die Internationalität der Münchner Schmuckszene - und von ihr gehen Impulse aus, die von der zeitgenössischen Kunst bis zur Popmusik reichen. Geleitet wird die „Klasse für Schmuck und Gerät“ von Otto Künzli. Der Schweizer ist Träger des Ehrenrings der deutschen Goldschmiede und forderte seine Zunft schon früh auf, sich vom edlen Metall zu verabschieden: „Gold macht blind“. - Ralf Homann zergliedert, verkettet und umringt in seinem Feuilleton die Schmuckstadt München.


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