Bayern 2 - Bayerisches Feuilleton


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Jörg Hube "Lieber ein Spatz in der Freiheit als ein Pfau im Zoo"

Jörg Hube, der Schauspieler, der Kabarettist, der Regisseur und Schauspiel-Lehrer: eine Collage von Eva Demmelhuber, aus Selbstzeugnissen und Erinnerungen von künstlerischen Wegbegleitern und Freunden.

Von: Eva Demmelhuber

Stand: 11.02.2012 | Archiv

Jörg Hube | Bild: Volker Derlath/Süddeutsche Zeitung Photo

„Lieber ein Spatz in der Freiheit als ein Pfau im Zoo“; mit diesem Zitat bilanzierte Jörg Hube sein Leben: unangepasst, unkonventionell, ein bayerischer Don Quijote in rostiger Rüstung, ein Revoluzzer, wenn es gegen sich festgefressene Strukturen ging. Ein Eigenbrötler und Einzelkämpfer, der sein Leben lang mit Konventionen im Konflikt stand. Schulzeugnisse beschreiben ihn als jähzornig, als einen, der sich weder in eine Klassengemeinschaft einordnen, noch Vorschriften unterordnen kann. Vor allem, wenn sie ihm „unsinnig“ erschienen, konnte er explodieren.

Empfindsamer Anarchist und Dickschädel

Er war Anarchist, ein Dickschädel, ein Sturkopf, eine „Tretmine“, wie ihn sein Kollege Werner Schneyder einmal nannte.  Ein Zweifler, ein Moralist, hoch empfindsam, zurückhaltend und polternd zugleich.

Umfangreicher Nachlass

Sein umfangreicher Nachlass, eine unendliche Fundgrube aus Zetteln, unzähligen Briefen, Schulaufsätzen, Kinderzeichnungen, Kritzeleien,  Manuskripten, Bildern, Notizen über Auseinandersetzungen mit der „Obrigkeit“, den Hierarchien im künstlerischen Bereich und im praktischen Leben, belegt all diese Eigenschaften. Am pointiertesten aber zeigt sich das in seinen fünf Herzkasperl-Programmen, die immer etwas mit seiner Biografie zu tun hatten. Sie waren Nabelschau, hier konnte er sich an sich selber abarbeiten.

Die vielen Gesichter des Jörg Hube

Immer mit ganzem Herzen bei der Sache

Auf der Kabarettbühne konnte er sich als Künstler und Mensch hinterfragen. Manchmal so exzessiv, dass es einem, der ihn kannte, fast peinlich werden konnte. Wenn er etwas angenommen hatte, eine Rolle, einen Sprechertext, dann floss dabei Herzblut und nicht zu wenig. Immer full power, immer mit ganzem Herzen. Dass dabei oft die Fetzen flogen, ist ganz selbstverständlich.

Buchtipp: "Herzkasperls Biograffl"

"Jörg Hube - Herzkasperls Biograffl"

  • "Jörg Hube - Herzkasperls Biograffl: Ein Künstlerleben"
  • Autorin: Eva Demmelhuber
  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: Langen/Müller (2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 378443276X
  • ISBN-13: 978-3784432762
  • erhältlich im BR-Shop und im Buchhandel

CD-Tipp: "Herzkasperl" [Doppel-CD]

"Herzkasperl" [Doppel-CD]

  • Audio CD (2010)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 2
  • Format: Doppel-CD
  • Label: Trikont (Indigo)
  • ASIN: B00447KHVW
  • erhältlich im BR-Shop und im Buchhandel


Auf diesen zwei CDs sind erstmals ausgewählte und autorisierte Szenen und Lieder aus den fünf "Herzkasperl"-Programmen von 1975 bis 2003 zu hören, die vom Bayerischen Rundfunk seinerzeit mitgeschnitten wurden. Außerdem Ausschnitte aus seinem letzten großen Hörfunkinterview, das Sigrid Menzinger im April 2009 mit Jörg Hube in München geführt hat.


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