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Schönheitschirurgie Definition

Der Beruf "Schönheitschirurg" ist nicht geschützt. Theoretisch dürfte sich jeder so nennen. Nicht jedoch Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie - das sind die richtigen Experten.

Stand: 31.08.2020

Ein Mann lässt sich die Mundwinkel mit Botox behandeln | Bild: picture-alliance/dpa

Während ihrer Präsidentschaft in der Deutschen Gesellschaft für Plastische Chirurgie hat Dr. Marita Eisenmann-Klein dazu beigetragen, dass der Titel Schönheitschirurg offiziell in ästhetisch-plastischer Chirurg geändert wurde. Das Hauptargument war, dass es eine Weiterbildung zum "Facharzt für Schönheitschirurgie“ in Deutschland nicht gibt; deshalb ist die Berufsbezeichnung "Schönheitschirurg“ auch nicht geschützt. Ärzte, die über eine Zusatzqualifikation für ästhetische Operationen verfügen, sind an der Bezeichnung Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie zu erkennen.

Ziel der ästhetischen Chirurgie

Moderne Operationsmethoden erlauben heute Korrekturen an fast jedem Körperteil. Ziel dieser Eingriffe ist eine Harmonisierung der äußeren Erscheinung. In Deutschland haben sich im letzten Jahr fast eine halbe Million Menschen einer solchen Operation unterzogen.

"Der Patient hat einen Leidensdruck, weil vielleicht die Brust zu groß oder zu klein ist oder die Nase nicht gefällt. Man muss sich als Arzt die Zeit nehmen, in den Patienten hineinzuhorchen, um sich ein Bild davon zu machen, wie sehr das den Patienten stört. Oder ob er unter einer Dysmorphophobie leidet, er also unter einer körpereigenen Verunstaltung leidet, die objektiv gesehen gar nicht vorliegt. Solche Patienten sollten nicht durch einen Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie operiert werden; sie profitieren durch die Behandlung anderer Fachdisziplinen."

Prof. Hans-Günther Machens

Grenzbereiche

Es gibt natürlich Grenzbereiche zwischen der ästhetischen und der rekonstruktiven Chirurgie:

  • Wenn eine Brust sehr stark ausgeprägt ist, ist es nicht nur ästhetisch nicht ansprechend, sondern es kann auch zu Rückenbeschwerden führen.
  • Das stark überhängende Oberlid ist sowohl eine ästhetische Beeinträchtigung als auch eine Gesichtsfeldeinschränkung. Man kann diese Eingriffe nicht eindeutig dem einen oder anderen Bereich der Medizin zuordnen.

"Die Plastische Chirurgie arbeitet eng mit der Unfallchirurgie zusammen, weil sie über besondere rekonstruktive Verfahren verfügt. Der Plastische Chirurg kommt dann zum Einsatz, wenn tiefergehende Eingriffe mit Verletzungen komplexer Strukturen wie Nerven, Gefäße, Sehen vorliegen bzw. ein großer Weichteildefekt vorliegt. Hier können Plastisch-rekonstruktive Chirurgen mithilfe mikrovaskulärer Techniken, die mit speziellen Operationsmikroskopen durchgeführt werden, Knochen, Muskeln, Sehnen, Nerven oder große Blutgefäße ersetzen oder rekonstruieren."

Prof. Hans-Günther Machens


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