Bayern 2


2

Schlüssel für die Wohnung Was Mieter wissen sollten

Wie viele Schlüssel bekomme ich als Mieter, wofür sind sie und wem darf ich sie weitergeben? Manche Fragen kann man individuell vereinbaren, für andere gibt es gängige Regelungen. Wir erklären, was jeder Mieter zum Thema Wohnungsschlüssel wissen muss.

Stand: 08.10.2018

Frau zieht Tür hinter sich zu, während Schlüssel im Schloss steckt (Symbolbild Schlüsseldienst) | Bild: picture-alliance/dpa/Christin Klose

Wieviele Schlüssel bekomme ich als Mieter?

Für jeden Nutzer der Wohnung sollte ein Schlüssel zur Verfügung stehen und zusätzlich noch mindestens ein Ersatzschlüssel, sagt Volker Rastätter, Geschäftsführer des Mietervereins München. Bei einer vierköpfigen Familie sollten es also fünf Schlüssel sein. Nebenschlüssel wie Briefkasten- oder Kellerschlüssel dürfen einfach vorhanden sein. Wem das nicht reicht, darf Schlüssel nachmachen lassen - etwa für die Putzfrau.

Darf ich Schlüssel einfach so nachmachen lassen?

"Wenn man einen Eigenschließzylinder hat, also keine Schließanlage, dann ist das kein Problem", sagt Volker Rastätter. Die Kosten muss der Mieter in der Regel selber tragen. Pro Schlüssel sind das um die fünf bis zehn Euro. Natürlich kann beim Vermieter nachgefragt werden, ob er die Kosten übernimmt. Wenn er dem zustimmt, geschieht das allerdings auf freiwilliger Basis. Ist eine Schließanlage vorhanden, darf der Mieter nicht so einfach Schlüssel nachmachen lassen. Dazu braucht er die sogenannte Sicherungskarte vom Vermieter bzw. von der Hausverwaltung. Ohne die kann kein Nachschlüssel angefertigt werden. Nachgemachte Schlüssel müssen beim Auszug immer mit abgegeben werden.

Darf der Vermieter einen Wohnungsschlüssel behalten?

Grundsätzlich erst einmal nein. "In dem Moment, in dem sie als Vermieter die Mietsache übergeben haben, ist der Mieter der Besitzer und kann bestimmen, wer Zugang zu dieser Wohnung hat", sagt Volker Rastätter. Für Notfälle deponieren viele Mieter einen Ersatzschlüssel beim Nachbarn oder einem guten Freund. Das kann natürlich auch der Vermieter sein, zum Beispiel wenn er auch im Haus wohnt oder unmittelbar in der Nähe. Hier kommt es auf ein vertrauensvolles Verhältnis an. Ein Tipp vom Mieterverein: Den Schlüssel am besten in einen Umschlag stecken, der versiegelt ist, zum Beispiel mit Unterschrift. Der Vermieter darf den Umschlag dann nur im Notfall öffnen, um die Wohnungstür zu öffnen, und muss dem Mieter Bescheid geben, wenn er die Wohnung betreten hat.

Was mache ich, wenn ich einen Schlüssel verloren habe?

Sofort den Vermieter kontaktieren! So kann das Risiko eines Missbrauchs schnell begrenzt werden. Außerdem sollte der Schließzylinder der Wohnungstür sofort ausgetauscht werden. Schwierig wird es aber bei einer Schließanlage, weil die Einbruchsgefahr das ganze Haus betrifft. Die Rechtsprechung sagt, wenn jemand seinen Schlüssel beispielsweise gemeinsam mit seinem Ausweis verliert und der Finder dadurch die Wohnungsadresse kennt, ist der Verlierer verpflichtet, die ganze Schließanlage auswechseln zu lassen. "Da kann man nur hoffen, dass der Mieter entsprechend versichert ist, denn das kann Tausende von Euro kosten", sagt Volker Rastätter. Die private Haftpflichtversicherung springt bei sogenannten Drittschäden zwar ein, es kommt aber auf den Vertrag an.

Was muss ich bei bei der Haftpflichtversicherung beachten?

"Sogenannte Basistarife - also die preiswerten Vertragsvarianten - enthalten in der Regel keine Versicherung für den Schlüsselverlust und Folgen", sagt Agnes Sugszdiene von der Versicherungskammer Bayern. "Deshalb ist es ganz wichtig, nachzuschauen, ob das Kleingedruckte des Versicherungsvertrags den entsprechenden Baustein beinhaltet." Am besten wendet man sich telefonisch an einen Servicemitarbeiter der Versicherung, der hilft auf jeden Fall weiter. Vor allem, wenn man tatsächlich nachrüsten muss. Das sind zirka sechs Euro zusätzlich im Jahr, die sich lohnen können.


2