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Was ist ein Schlaganfall? Arten, Symptome und Folgen eines Hirnschlags

Ein Schlaganfall ist eine akut einsetzende neurologische Ausfallerscheinung. Die Ursache dafür ist eine Hirnblutung oder eine Mangeldurchblutung, ähnlich wie beim Herzinfarkt. Ein Gehirnteil wird nicht genügend mit Blut versorgt.

Stand: 08.03.2018

Schlaganfall-Patient mit gelähmter linker Hand bei der Ergotherapie | Bild: picture-alliance/dpa

Das Ausmaß der Schäden reicht von kurzen, kaum wahrnehmbaren Störungen bis hin zu schwersten dauerhaften Behinderungen und Tod. Auch wenn sich die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall zu erleiden, im Alter erhöht, sind auch junge Menschen betroffen.

Die drei großen Arten von Schlaganfällen

Die erste sind - analog dem Herzinfarkt - die Hirninfarkte. Sie entstehen durch eine Mangeldurchblutung des Gehirns, die durch eine Thrombose oder Embolie verursacht werden.
Die zweite Art ist eine Blutung in das Gehirn, eine sogenannte intrazerebrale Blutung, die vor allem bei hohem Blutdruck und Gerinnungsstörungen auftritt.
Und das Dritte ist eine Blutung um das Gehirn herum in das Nervenwasser, das das Gehirn umgibt, eine sogenannte Subarachnoidalblutung.

Häufigkeitsverteilung

  • 80 Prozent Hirninfarkte
  • 15 Prozent intrazerebrale Blutungen
  • circa fünf Prozent Subarachnoidalblutungen

Die häufigsten Symptome

Anhand der Symptome kann man erkennen, welche Hirnregion vom Schlaganfall betroffen ist. Bei Infarkten, die das Großhirn betreffen, sind die Symptome dann meistens:

  • halbseitige Gefühlsstörung,
  • halbseitige Lähmung,
  • halbseitiger Gesichtsfeldausfall,
  • Störungen bei der Raumorientierung,
  • Sprachstörungen und Störungen im sozialen Wahrnehmen.

Bei Infarkten im Bereich des Hirnstammes treten vor allem auf:

  • Schwindel,
  • Doppelbilder und
  • verbunden mit einer "kloßigen“ Sprache - Schluckstörungen

Bei Infarkten im Bereich des Kleinhirns sind die Hauptsymptome Unsicherheiten des Bewegungsapparates, wie Schwanken, Danebengreifen und Stürzen.

FAST-Test

Mit dem sogenannten FAST-Test lassen sich auch für Laien wichtige und typische Schlaganfallsymptome schnell überprüfen. Die Buchstaben stehen für Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Gesicht) und Time (Zeit). In der kleinen Animation rechts sehen Sie, wie der FAST-Test funktioniert.

"Der klassische Schlaganfall betrifft die mittlere Hirnarterie. Diese Arterie versorgt große Teile des Großhirns. Die klassischen Symptome zeigen sich auf der Gegenseite des Schlaganfalls. Wenn man also den Schlaganfall rechts hat, sind die Symptome links, zum Beispiel linksseitige Halbseitenlähmung bis hin zur vollständigen Lähmung von linkem Arm und Bein, linksseitige Gefühlsstörungen und linksseitige Gesichtsfeldbeeinträchtigungen. Wenn der Schlaganfall in der linken, mittleren Hirnarterie gelegen ist, kommen häufig Sprachstörungen dazu, weil bei Rechtshändern die Sprachfunktion in der linken Gehirnhälfte angesiedelt ist."

Neurologe Prof. Gerhard Hamann

Überlebens-Chancen

Die Sterblichkeit hängt stark von der Schlaganfallart ab:

  • Bei einer intrazerebralen Blutung oder einer Subarachnoidalblutung liegt die Sterblichkeit noch immer zwischen 20 und 50 Prozent - trotz verbesserter neurochirurgischer und neuroradiologischer Behandlungsmöglichkeiten.
  • Bei den wesentlich häufigeren Hirninfarkten liegt die Sterblichkeit deutlich niedriger. Von den Patienten mit einem durchschnittlich schweren Hirninfarkt sterben in den ersten 30 Tagen etwa 15 Prozent.

Die längerfristige Prognose ist im Vergleich zu anderen schweren Erkrankungen nicht besonders gut: 70 Prozent der Patientinnen mit Brustkrebs überleben die ersten fünf Jahre. Patienten mit Schlaganfall überleben - je nach Schwere ihres Anfalls - diesen Zeitraum nur zu 30 bis 40 Prozent, da neue Schlaganfälle auftreten können. Viele Patienten leiden zudem an Erkrankungen des Herzens oder anderer Organe, die Schlaganfälle begünstigen, aber auch selbst zum Tode führen können.

Ist der Schlaganfall eine Alterskrankheit?

"Der Schlaganfall ist keine reine Alterserkrankung. Richtig ist aber, dass Schlaganfälle im höheren Lebensalter gehäuft auftreten. Je älter man wird, desto höher ist das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden."

Prof. Hamann, Direktor der Klinik für Neurologie, Dr. Horst Schmidt Klinik Wiesbaden

Risiko

Das Risiko liegt bei 60- bis 70-Jährigen etwa bei 400 pro 100.000, bei über 75-Jährigen schon bei 1.200 pro 100.000. Trotzdem treten auch bei jüngeren Menschen relativ viele Schlaganfälle auf: In Deutschland gibt es jährlich etwa 10.000 bis 15.000 neue Schlaganfallpatienten unter 45 Jahren.


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