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Prävention Vorsorge ist machbar

Auch individuell beeinflussbare Faktoren spielen bei der Vermeidung eine wichtige Rolle. Wer auf seine Blutfettwerte achtet, sich ausreichend bewegt und die Finger von Zigaretten lässt, kann sein persönliches Risiko enorm senken.

Stand: 08.03.2018

Ein Riskofaktor für einen Schlaganfall ist das Rauchen - im Bild: ausgedrückte Zigarettee auf einem Rauchverbotsschild | Bild: Getty Images

Selbst für einen Menschen, der 30 Jahre geraucht hat, sinkt das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, nach fünf rauchfreien Jahren fast auf das Niveau eines Nichtrauchers.

Tipp: Eigeninitiative ist wichtig

An erster Stelle steht der Bluthochdruck! Das Allerwichtigste, um einen Schlaganfall zu vermeiden, ist, den Blutdruck zu messen, und wenn er erhöht ist, ihn zu behandeln.

"Wenn man das konsequent einhalten würde, könnte man die Hälfte aller Schlaganfälle vermeiden."

Prof. Gerhard Hamann

Wann ist der Blutdruck ein Risiko?
Erhöhter Blutdruck liegt vor, wenn mehrere Messungen über 140 zu 90 ergeben.
Normal und wünschenswert ist ein Blutdruck von 120 zu 80.
Akzeptabel ist es, wenn der obere Wert zwischen 130 und 140 und der untere Wert zwischen 80 und 90 liegt.

Warum Rauchen so schadet

Nikotinkonsum führt über verschiedene Mechanismen zu Arteriosklerose und bewirkt zudem eine Übergerinnbarkeit des Blutes. Dadurch erhöht Nikotin das Schlaganfallrisiko um das Dreifache.

"Auch für langjährige Raucher lohnt es sich relativ schnell, mit dem Nikotin zu brechen. Selbst für einen Menschen, der 30 Jahre geraucht hat, sinkt das Risiko nach fünf Jahren ohne Nikotin in fast allen gesundheitlich relevanten Bereichen (Herzinfarkt, Lungenkarzinom und andere) in Richtung des Niveaus eines Nichtrauchers. Das gilt zum Teil auch für das Schlaganfallrisiko. Eine neuere Untersuchung zeigt, dass die Reduktion der Zigarettenmenge weniger bringt und auch der Raucher, der es schafft auf eine Zigarette zu reduzieren noch ein doppelt so hohes Risiko eines Nichtrauchers hat. Also besser ganz aufhören mit Rauchen."

Prof. Gerhard Hamann

Bewegung, Ernährung und Lebensart

Die Einhaltung zweier Regeln hat auf das Schlaganfallrisiko, aber auch auf das Risiko vieler Herzerkrankungen, positive Auswirkungen:

  • Erstens: Täglich eine halbe Stunde Bewegung! Hierfür reicht strammes Spazierengehen, Radfahren, Schwimmen, Laufen oder eine andere Ausdauersportart.


  • Zweitens: Übergewicht abbauen und sich möglichst über eine ausgewogene, mediterrane Kost ernähren, also viel Obst, Gemüse, Salate, Fisch, wenig Fleisch und tierische Fette.

"Die Effekte dieser weichen Faktoren wurden lange dramatisch unterschätzt. Neuere Untersuchungen zeigen, dass eine spezielle Diät mit Früchten, Salaten und fettarmer Kost das Schlaganfallrisiko ähnlich wie ein Blutdruckmedikament bei Bluthochdruckpatienten reduzieren kann."

Prof. Gerhard Hamann

Lassen sich die Blutfettwerte durch Ernährung beeinflussen?

"Nur bedingt. Selbst wenn man cholesterinarm isst, schafft man es in der Regel nur, die Cholesterinwerte um rund 15 Prozent zu senken. Das reicht in vielen Fällen nicht aus. Bei den Blutfetten ist es ähnlich wie beim Blutdruck. Man muss sie messen! Insbesondere erhöhte Cholesterinwerte sollten dann mit sogenannten Statinen behandelt werden."

Neurologe Prof. Gerhard Hamann

Folgen von Medikamenten

Alle Arzneimittel, die in das Blutgerinnungssystem eingreifen, können verstärkt zu Blutungen führen, beispielsweise Marcumar, Dabigatran, Apiaxaban, Rivaroxaban, Edoxaban, Heparin, aber auch Aspirin.

"Hier gilt es, Nutzen und Risiken abzuwägen. Man sollte auch die Hormonpräparate nicht vergessen: Lange Jahre war die Hormonersatztherapie während der Wechseljahre in aller Munde. Nach den neuesten Studien weiß man, dass sie das Risiko für Schlaganfälle leicht erhöht. Ich empfehle deshalb Schlaganfallpatienten und Risikopatienten, auf Hormonersatztherapien zu verzichten."

Neurologe Prof. Gerhard Hamann


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