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Kinostart von "Sauerkrautkoma" Rita Falk: Figuren im Film wie beim Schreiben im Kopf

Mit "Sauerkrautkoma" kommt der fünfte Film ins Kino, der auf den Krimis von Autorin Rita Falk (2. von links) basiert. Polizist Franz Eberhofer und die anderen Figuren wirken auf der Leinwand genau so, wie sie es beim Schreiben wollte, erzählt sie.

Stand: 09.08.2018

06.08.2018, Bayern, München: Die Schauspieler Sebastian Bezzel (l-r), Lisa Maria Potthoff und Simon Schwarz und die Autorin Rita Falk (2.v.l) sowie der Hund Ludwig kommen zur Premiere des Kinofilms «Sauerkrautkoma» in den Mathäser Filmpalast. Der Film kommt am 09.08.2018 in die deutschen Kinos. Foto: Tobias Hase/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bild: dpa-Bildfunk/Tobias Hase

"Leberkäsjunkie", "Kaiserschmarrndrama", "Zwetschgendatschikomplott" - diese Buchtitel sind zwar nicht so bekannt wie der des Romans "Dampfnudelblues", der 2013 verfilmt wurde. Aber man ahnt, dass sie aus derselben Reihe von Provinzkrimis stammen. Autorin Rita Falk hat mit ihnen gleich mehrere Bestseller gelandet.
Die gebürtige Oberammergauerin zieht im Alter von acht Jahren mit ihren Eltern nach Landshut. Bis zu ihrem Durchbruch arbeitet Falk als Bürokauffrau. Heute lebt die 54-Jährige in München – zusammen mit ihrem zweiten Mann, einem Polizisten. Da erscheint es fast naheliegend, dass sich ihre Krimis um einen Dorfpolizisten drehen. Was die Franz-Eberhofer-Serie ausmacht, ist ihre Erzählweise in bairischer Mundart. Auf "Dampfnudelblues" folgt unter anderem "Schweinskopf al dente" und in diesem Jahr die Verfilmung von "Sauerkrautkoma".

radioWelt: "Sauerkrautkoma" - wie sind Sie denn auf diesen Titel gekommen?

Rita Falk: Wir haben damals angefangen mit "Winterkartoffelknödel", da wird eben jemand so weiß wie ein Winterkartoffelknödel, das war dann auch der Buchtitel. Und wir wollten einfach dann in dieser Kombination bleiben mit irgendetwas Kulinarischem, so war das dann das "Sauerkrautkoma", ganz banal.

radioWelt: Es ist der fünfte Fall, der verfilmt wurde und jetzt ins Kino kommt. Sie haben den Film am Montag schon gesehen – wie ist es denn, wenn man auf der Leinwand das sieht, was man sich ausgedacht hat?

Rita Falk: Ich habe sehr großes Glück gehabt mit Constantin und auch mit der Besetzung. Ich habe auch immer ein Mitspracherecht bei der Verfilmung, bei den Drehbüchern und wenn man das dann sieht und die Figuren sind einfach so, wie man es im Kopf gehabt hat beim Schreiben und es alles authentisch ist, da geht einem schon das Herz auf. Ich bin jedes Mal wieder begeistert und zu Tränen gerührt und es ist für mich eine große Freude, dass sich das so entwickelt hat.

radioWelt: Es sind Millionen Menschen, die Ihre Krimis schon gekauft haben, die Filme kennen und den Polizisten Franz Eberhofer. Für die, die ihn noch nicht kennen: was ist denn Franz Eberhofer für einer?

Rita Falk: Der Franz Eberhofer ist ein Dorf-Gendarm in Niederkaltenkirchen, einem winzigen Nest in Niederbayern. Er ist ein bisschen phlegmatisch, ein sympathischer Macho, macht nicht den hellsten Eindruck. Aber er ist natürlich nicht dumm. Ich glaube, das trifft es ganz gut.

radioWelt: Niederkaltenkirchen in Niederbayern – den Ort gibt es nicht wirklich, oder?

Rita Falk: Nein, den Ort gibt es tatsächlich nicht, der ist fiktiv. Wobei Frontenhausen die Rolle von Niederkaltenkirchen übernommen hat, und ich finde es sehr sympathisch und sehr liebenswert. Dieses Dorf verkörpert das perfekt.

radioWelt: Warum schreiben Sie eigentlich aus der Sicht eines Mannes, und nicht einer Polizistin?

Rita Falk: Das ist so passiert. Ich habe mich das irgendwann mal gefragt und ich glaube, dass das im Unterbewusstsein entstanden ist, weil ich in meinen Büchern immer sehr viel preisgebe von meiner Person. Und, ich glaube, das ist ein bisschen auch ein Schutzschild. Dadurch, dass es der Franz erzählt und dann nicht zu viel Rita im Text ist.

radioWelt: Jetzt haben Sie ihn von Niederkaltenkirchen nach München versetzt. Welche Geschichten haben Sie denn da verarbeitet?

Rita Falk: Ja, meine eigene ein bisschen. Das war tatsächlich so, als wir nach München gezogen sind, da hat sich natürlich ein ganz anderes Spektrum vor mir aufgebaut. Ich habe ganz andere Eindrücke bekommen, die man als Tourist nicht bekommt. Über manche habe ich total lachen müssen, andere habe ich total grotesk gefunden. Das musste irgendwie aufs Blatt, das waren so viele Ideen, da habe ich mir gedacht: Die können jetzt hier nicht so verstauben in meinem Kopf, sondern die müssen einfach raus in die Welt.

radioWelt: Von Verstauben kann keine Rede sein. Es gibt inzwischen neun Eberhofer-Krimis. Wann fangen Sie mit dem zehnten an? Oder haben Sie schon angefangen?

Rita Falk: Ich gehe jetzt drei Wochen auf Kino-Tour und ich werde dann Anfang September mit dem zehnten anfangen. Das ist dann ein doppeltes Jubiläum: es ist eben tatsächlich der zehnte Eberhofer-Krimi und es sind auch zehn Jahre, dass ich überhaupt als Autorin arbeite und auch zehn Jahre, dass ich bei meinem Verlag bin. Also es gibt nächstes Jahr jeden Grund zum Feiern.


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