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Diagnose Was steckt hinter den Rückenschmerzen?

Was steckt hinter den Rückenschmerzen? Ein Bandscheibenvorfall, eine Muskelblockade, Arthrose, Osteoporose oder etwas anderes? Wichtig ist die richtige Diagnose.

Stand: 05.07.2019

Hausarzt bei der Chirotherapie | Bild: picture-alliance/dpa

An erster Stelle muss der Arzt eine eingehende körperliche Untersuchung durchführen. Wenn der Arzt dann eine spezifische Fragestellung hat, sollte eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden.

Häufige Auslöser von Rückenschmerzen:

  • Arthrose (Gelenkverschleiß)
  • Bandscheibenvorfall (Diskushernie)
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Spinalkanalstenose (Verengung des Wirbelkanals)
  • Verspannungen durch Haltungsschäden oder Überlastung
  • Skoliose

Bandscheibenvorfall - Spinalkanalstenose

Der Volksmund sagt "Hexenschuss" und meint einen plötzlich einschießenden Rückenschmerz. Dieser geht häufig von den kleinen Wirbelgelenken oder einem Bandscheibenvorfall aus. Beim Bandscheibenvorfall wiederum wird der Wirbelkanal (vorübergehend) eingeengt, was in chronischer Form bei der Spinalkanalstenose zutrifft.

Unterschied Hexenschuss/Bandscheibenvorfall

Was bei einem Hexenschuss passiert

Beim Hexenschuss kommt es zu einem Reizzustand der kleinen Wirbelgelenke (jeder Wirbelkörper hat zwei obere und zwei untere Gelenkfortsätze, die mit den benachbarten Wirbelkörpern ein Gelenk bilden) oder das Darm-Kreuzbeingelenk. Dies ist meist ausgelöst durch Fehlbelastungen oder eine akute Überbeanspruchung.
Dieser Schmerz macht die Patienten oft bewegungsunfähig und führt zu einer Schonhaltung ein, die jedoch selbst wieder zu einer schmerzhaften Muskelverspannung führen kann.

Wann ein Bandscheibenvorfall vorliegt

Vom Bandscheibenvorfall spricht man dann, wenn sich Einrisse im Faserring der Bandscheibe bilden und Material aus dem Bandscheibenkern durch die Risse in den Wirbelkanal rutscht. Dadurch können Nervenwurzeln gedrückt werden, was zu einem massiven Schmerz im betroffenen Bein führen kann. In einigen Fällen wird dadurch auch das Nervensignal zu den Muskeln bzw. der Blase abgeschwächt und es kommt zu einer Muskel- oder Blasenlähmung. In diesem Fall ist eine sofortige Operation unausweichlich.

Spinalkanalstenose (Wirbelkanalverengung)

Während Hexenschuss und Bandscheibenvorfall plötzlich auftreten, entwickelt sich die Spinalkanalstenose über längere Zeit und betrifft vor allem ältere Menschen über 65. In diesem Alter bekommen die Leute seltener einen Hexenschuss oder einen Bandscheibenvorfall. Die Spinalkanalstenose drückt sich vor allem durch ein Schwächegefühl oder einen Schmerz in den Beinen beim Gehen aus, der  sich beim Gehen verstärkt. Bei der Erkrankung werden die Nervenwurzeln, die im Spinalkanal verlaufen, quasi abgedrückt. Es wird immer enger, immer enger, bis die Patienten nur noch wenige Schritte gehen können, bevor sie zu schwach werden, um weiter zu laufen. Daher kann man diese Krankheitsbilder in der Regel sehr gut unterscheiden.

Zweitmeinungsportal der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft

Die Deutsche Wirbelsäulengesellschaft bietet auf ihrer Seite eine interaktive Karte mit von ihr zertifizierten Wirbelsäulenspezialisten in ganz Deutschland an, um sich gegebenenfalls eine Zweitmeinung einzuholen.


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