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Hintergrund Impfen

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Impfen Risiken und Nebenwirkungen

Wie jeder Eingriff in unseren Organismus ist auch eine Impfung nicht völlig ohne Risiko. Aber: Die Krankheit ist immer schlimmer als die Impfung!

Von: Holger Kiesel

Stand: 03.04.2019

Eine Spritze mit Impfstoff liegt auf einem Metalltisch im Krankenhaus bereit. | Bild: BR / Julia Müller

Wird jemand gegen einen Erreger geimpft, den er bereits im Körper trägt, verstärkt die Impfung die Reaktion der Immunabwehr. Dies ist kein Hindernis für eine Impfung (Ausnahme: wenn jemand einen Zeckenbiss hatte und vorher noch nie geimpft wurde). Manchmal wird daher auch gezielt geimpft, nachdem jemand mit einem Erkrankten Kontakt hatte. Natürlich besteht dann jedoch das Risiko, dass die Krankheit trotz Impfung ausbricht.

Impfgegner und Impfskeptiker

Echte Impfgegner lehnen häufig nicht nur Impfungen, sondern das komplette Gesundheitswesen oder die gesamte Hochschulmedizin ab und sind oft auch für keine Beratung mehr zugänglich. Hier handelt es sich aber nur um ein bis zwei Prozent der Bevölkerung. Daneben gibt es aber noch eine wachsende Zahl von Impfskeptikern, die durch die Vielzahl der angebotenen Impfungen einfach nur verunsichert sind und den Sinn der einen oder anderen Impfung, ihren Zeitpunkt oder auch die Inhaltsstoffe der Seren kritisch hinterfragen.

"Diese Sorgen sollte man ernst nehmen und versuchen, sie mit Fakten zu widerlegen. Noch viel wichtiger ist jedoch, dass der impfende Arzt einer Impfung, die er empfiehlt, auch selbst wirklich vertraut. Denn: Die Krankheit ist IMMER schlimmer als die Impfung! Und: Es geht auch immer um den Schutz anderer!"

Prof. Jörg Schelling, ehemaliger Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der LMU München und Mitglied der bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Impfen

Impfmüdigkeit hat Folgen

Die zunehmende Impfmüdigkeit hierzulande hat auch globale Auswirkungen. Denn durch den weltweiten Reiseverkehr und globale Wanderungsbewegungen von Menschen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen, können sogar bei uns ausgerottet geglaubte Krankheiten wieder auftauchen.

Tatsächliche Risiken einer Impfung

Das äußerst geringe Risikopotenzial einer Impfung im Vergleich zu den möglichen Folgen einer Erkrankung lässt sich am Beispiel der Masern besonders anschaulich darstellen. Das Risiko einer Impfkomplikation liegt hier bei etwa 1:1.000.000, während die Gefahr einer schweren Hirnhautentzündung mit Lähmungen und anderen gravierenden Folgen bis hin zum Tod bei ca. 1:1.000 liegt.

"Ein englisches Sprichwort sagt: 'If you don't like the vaccine, try the disease – 'Wenn Du den Impfstoff nicht magst, dann versuch erstmal die Krankheit!'"

Prof. Jörg Schelling, ehemaliger Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der LMU München und Mitglied der bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Impfen

Meldung bei Verdacht einer Impfnebenwirkung

Schwerwiegende sogenannte unerwünschte Arzneimittelwirkungen nach Impfungen sind sehr selten. Sollte aber der Verdacht bestehen, dass eine Impfung eine über das übliche Maß hinausgehende Reaktion mit sich bringt, ist der Arzt dazu verpflichtet, dies dem Gesundheitsamt zu melden. Die Gesundheitsämter wiederum leiten dies an das Paul-Ehrlich-Institut weiter. Unabhängig davon besteht die Möglichkeit, sich direkt an den Hersteller oder das Paul-Ehrlich-Institut zu wenden.

Weitere Informationen zu Impfstoffen

Auch auf den Seiten des Paul-Ehrlich-Instituts finden Sie Informationen rund um die Themen Impfungen und Impfstoffen.


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