Bayern 2


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Raus aus der Schmerzfalle!

Von: Susanne Segador

Stand: 12.10.2018

Frau hält sich vor Schmerzen Hände an den Kopf | Bild: picture-alliance/dpa

Schmerzen muss man ernst nehmen – und behandeln. 40 Prozent der Patienten eines Hausarztes kommen zu ihm wegen chronischer Schmerzen. Und über 60 Prozent der Patienten und einer Orthopädiepraxis leiden unter anhaltenden Schmerzen.

"Die moderne Medizin kann jede Art von Schmerz zumindest soweit erleichtern, dass man sie gut ertragen kann. Was gut ertragen bedeutet, das sollte der Patient und nicht der Arzt definieren. Das ist in unserem Medizinsystem leider nicht immer der Fall. Auch heute noch schließen Studenten ihr Medizinstudium ab, ohne ausreichende Kenntnisse  über Schmerztherapie oder die Chronifizierung von Schmerzen."

Dr. Gerhard Müller-Schwefe, Präsident des Deutschen Schmerztages.

Experte:

Dr. med. Gerhard Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e.V.

Dennoch: Das Ziel, die Schmerzen auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, "kann jeder Patient erreichen, vorausgesetzt er hat Glück und findet den richtigen Arzt“, so Dr. Müller-Schwefe. Helfen kann hier das Adressverzeichnis der Deutschen Schmerzliga, das bundesweit über 3.500 Ärzte ausweist. Darunter finden sich viele hochspezialisierte Schmerztherapeuten, sogenannte Algesiologen.

Dem Text liegt ein Interview mit Dr. Müller-Schwefe zugrunde, mit Anmerkungen von Dr. Marianne Koch, Ehrenpräsidentin der Deutschen Schmerzliga.

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