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Nationalspieler posen mit Erdogan "Präsident deutscher Staatsbürger heißt Steinmeier!"

Viele Deutsche sind empört und finden, der Auftritt von Gündogan und Özil mit dem umstrittenen Staatschef Erdogan habe das Ansehen der deutschen Nationalmannschaft beschädigt. Selbst Rainer Koch, DFB-Vizepräsident, nimmt die Spieler nicht in Schutz.

Stand: 16.05.2018

Dr. Rainer Koch, DFB-Vizepräsident: Natürlich war das nicht gut, was die beiden da gestern gemacht haben. Nicht nur nicht gut, sondern das ist auch klar, dass das nicht dem entspricht, wie wir an der Spitze des Deutschen Fußballbundes uns das vorstellen.

Bayern 2: Was glauben Sie, was hinter dem Auftritt steckt? Der DFB sagt, die beiden seien "missbraucht" worden, sie seien sich gar nicht der Kraft und Symbolik dieser Fotos bewusst gewesen. Glauben Sie das auch?

Dr. Rainer Koch, DFB-Vizepräsident: Es macht keinen Sinn, da groß zu spekulieren. Fakt ist: Man hätte darauf kommen können. Eigentlich muss man das als jemand, der in Deutschland geboren ist und der seit vielen Jahren, Woche für Woche mitbekommt, wie schwierig es ist, die große Anzahl an Menschen mit Migrationshintergrund in unserem Land vollständig zu integrieren - Bemühungen, die von Özil und Gündogan auch immer unterstützt worden sind. Da meine ich schon, man hätte darauf kommen müssen. Für mich ist aber ganz entscheidend, wie es jetzt in Zukunft weitergeht und dass die beiden die richtigen Schlüsse ziehen. Und dann vielleicht auch deutlich zum Ausdruck bringen, dass sie als deutsche Staatsbürger einen Präsidenten haben, der Steinmeier heißt! Wenn man zwei Staatsbürgerschaften hat, dann hat man zwei Präsidenten, aber wenn man in wenigen Wochen für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft spielt, dann sollte man zumindest auch sehr deutlich sagen, dass der deutsche Staatspräsident mindestens auch mein Präsident ist.


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