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Weitere Krebs-Diagnoseverfahren Prostatakrebs erkennen

Um Prostatakrebs zu diagnostizieren, stehen dem behandelnden Arzt weitere Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Der Ultraschall kann Anhaltspunkte für ein vorliegendes Prostatakarzinom liefern. Auch andere Verfahren sind möglich.

Stand: 23.01.2019

Die Prostatakrebs-Vorsorgeuntersuchung wird von der Krankenkasse ersetzt - im Bild:  Patient im Wartebereich eines Krankenhauses | Bild: picture-alliance/dpa

Ultraschall

Ein über den Enddarm durchgeführter Ultraschall kommt zum Einsatz, um Unregelmäßigkeiten der Prostata zu erkennen. Mit der begleitenden Ultraschalluntersuchung durch den Bauch wird dabei meist auch geprüft, ob eine eventuell vergrößerte Prostata den Abfluss des Harns aus der Niere behindert oder ob die Blasenwand bereits verdickt ist, weil der Blasenmuskel ständig gegen den erhöhten Auslasswiderstand arbeiten muss. Nach dem Wasserlassen wird sonografisch untersucht, ob die Blase auch vollständig entleert ist.

Elastografie und MRT

Als eine modernere Zusatzuntersuchung ist die sogenannte Elastografie zu nennen, mit der man während der Ultraschalluntersuchung durch den Enddarm verhärtetes und somit eventuell bösartig verändertes Gewebe erkennen kann. Die exakteste bildgebende Untersuchung ist eine Kernspin-Tomografie der Prostata, die sogenannte multiparametrische MRT-Untersuchung. Hier lassen sich Herde auch nach der Wahrscheinlichkeit einschätzen, bösartig verändert zu sein.

Sicherheit durch Biopsie

Aufnahme einer MRT-Fusionsbiopsie, das Diagnoseverfahren bei Verdacht eines Prostata-Karzinoms.

Aber alle diese Methoden bieten keine wirkliche Sicherheit - diese kann nur eine sogenannte Biopsie liefern. Wenn also der Verdacht auf ein Prostatakarzinom besteht, werden Gewebeproben aus der Prostata entnommen, um sie histologisch untersuchen zu können. Die Biopsie ist ein recht harmloser ambulanter Eingriff, bei der nach einer lokalen Betäubung durch den Enddarm eine feine Nadel mehrere Proben entnimmt. Lediglich etwas Blut im Urin und ganz selten Entzündungen können hier auftreten.

Während in der Regel die Herde dabei nicht gezielt biopsiert werden, sondern alle Bereiche der Prostata quasi im Sinne einer Stichprobe untersucht werden, kann man auch die Elastografie und die MRT verwenden, um diese auffälligen Herde zu treffen.

"Die aktuell sicher verlässlichste Methode ist die Einspielung der MRT-Informationen während der Ultraschalluntersuchung, was man als MRT-Fusionsbiopsie bezeichnet. Das ist technisch machbar, wird aber wegen des Aufwands in der Regel eher an entsprechenden Zentren angeboten. Wichtig ist zu wissen, dass diese Technik nur in speziellen Fragestellungen gefordert ist und in aller Regel eine Biopsie nur unter sonografischer Steuerung alleine ausreicht."

Prof. Dr. Maximilian Burger, Urologe am Caritaskrankenhaus St. Josef in Regensburg

Fazit

"Trotz aller Unwägbarkeiten bleibt der PSA-Wert ein wichtiger Teil der Vorsorge. Er liefert aber kein Schwarz-Weiß-Ergebnis, muss mit Augenmaß angewandt werden und alle Aspekte des Patienten beinhalten."

Prof. Dr. Maximilian Burger, Urologe am Caritaskrankenhaus St. Josef in Regensburg


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