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PSA-Wert Bestimmung des Prostata-spezifisches Antigens

Bei einer Blutuntersuchung wird der sogenannte PSA-Wert (Prostata-spezifisches Antigen) bestimmt, der ein wichtiger Bestandteil der Früherkennung ist.

Stand: 23.01.2019

Ein wichtiger Bestandteil der Prostatakrebs-Vorsorge ist eine Blutuntersuchung, bei der der sogenannte PSA-Wert bestimmt wird - im Bild: Patient bei der Blutabnahme | Bild: Getty Images

Dieses Eiweiß wird von der Prostata gebildet und sowohl in das Ejakulat als auch in das Blut abgegeben. Aus der Höhe des Wertes kann man unter Umständen Rückschlüsse auf mögliche Karzinome der Prostata ziehen. Aber ein erhöhter PSA-Wert kann auch bei gutartigen Veränderungen wie einer Vergrößerung oder einer Entzündung der Prostata (Prostatitis) vorliegen. Auch ein stärkerer mechanischer Druck kann eine Erhöhung bewirken. Während auch sportliche Radfahrer wohl nur in seltenen Fällen einen erhöhten PSA-Wert haben und er nach einer rektalen Untersuchung wohl auch nur ausnahmsweise erhöht ist, sollten idealerweise drei Tage zwischen dem letzten Geschlechtsverkehr und der Bestimmung des PSA-Wertes liegen.

Wichtig: Das PSA ist kein tumorspezifischer, sondern nur ein organspezifischer Marker.

In der Regel wird ein Wert über 3 ng/ml als kritisch gesehen.

Jeder erhöhte PSA-Wert sollte zunächst einmal kontrolliert werden, um kurzfristig Verfälschungen auszuschließen. In Grenzfällen kann der Anteil des sog. freien PSA hinzugezogen werden, das nicht an Eiweiße gebunden vorliegt. Ein Wert < 15% wird in aller Regel als suspekt angesehen.

Um einen Tumorverdacht abzuleiten, wird auch die Anstiegsgeschwindigkeit des PSA-Wertes betrachtet.

"Der PSA-Wert ist ein durchaus individueller Wert - der mitunter auch mit der Größe der Prostata zusammenhängt oder hoch sein kann, ohne dass dem eine klar fassbare oder klinische bedeutsame Ursache zu Grunde liegt."

Prof. Dr. Maximilian Burger, Urologe am Caritaskrankenhaus St. Josef in Regensburg

Während also in einigen Fällen ein hoher PSA-Wert kein Karzinom widerspiegelt, kann auch in seltenen Fällen trotz niedrigem PSA-Wertes ein bösartiger Tumor der Prostata bestehen (beispielsweise bei einem neuroendokrinen Karzinom).

Wer sollte den PSA-Wert bestimmen lassen?

Grundsätzlich wird eine Prostatakarzinom-Früherkennung ab dem 45. Lebensjahr empfohlen. Diese beinhaltet nach den urologischen Leitlinien eine PSA-Bestimmung, die aber nicht zur Regelleistung der gesetzlichen Krankenkasse gehört. Von daher wären in diesen Fällen die Kosten selbst zu tragen, die etwa 40 Euro betragen. Eine Untersuchung muss dann nicht unbedingt jährlich erfolgen. Je nach Höhe des dann bestimmten PSA-Wertes sollte die nächste Nachsorge in einem bis fünf Jahren erfolgen. Es gibt nur wenige Konstellationen, von denen ein hohes Krebsrisiko ausgeht. Während solche bei einem erkrankten Verwandten ersten Grades, also einem Vater oder einem Bruder, nicht besteht, gibt es wenige Familien mit einem familiären Risiko, bei denen mehrere Männer unter 60 Jahren erkrankt sind. Hier sollte man besondere Vorsicht walten lassen.

Der Verdacht auf einen Prostatakrebs kann aber nicht nur durch die Untersuchung durch den Enddarm und den PSA-Wert gestellt werden, es stehen noch weitere Methoden zur Verfügung.


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