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Prost, Peng und Holldrio Wer winkt denn da beim Münchner Trachten- und Schützenzug?

Münchner Kindl, Winzerer Fähndl, Bräurosl - die herausragenden Figuren beim Oktoberfest-Trachten- und Schützenzug sind das Thema dieses Features. Wer steckt in den Kostümen? Welche Geschichten verbergen sich hinter den Figuren?

Von: Birgit Fürst

Stand: 16.09.2019 | Archiv

"Das ist so ein erhebendes Gefühl, wenn man durch München reiten darf. Ich komme mir vor wie die Bayerische Queen. Du sitzt drauf, und winkst huldvoll. Da gehst Du rein wie wenn Du ein Fußballstar wärst. Das ist Teil München. Da gehst Du quer durch die Stadt und wirst von der ganzen Welt bejubelt.. Und du bist ein kleines Stück davon."

Karoline Weidner, Darstellerin der Bräurosl

Egal wen man fragt: wer beim Trachten- und Schützenzug zum Oktoberfest einmal dabei war, der will immer und immer wieder mitmarschieren, reiten oder fahren, die sieben Kilometer durch jubelnde Zuschauermengen. Denn wer da mitgeht, präsentiert sich gern, so wie die Jurastudentin Viktoria Ostler, die als Münchner Kindl ganz an der Spitze des Zuges reitet, einen Maßkrug schwenkt und winkt und sich freut.

Seit 150 Jahren ist das Münchner Kindl ein Teil des Trachten- und Schützenzugs zur Eröffnung des Oktoberfests. Noch wesentlich länger dabei sind die Mitglieder der Armbrustschützengilde Winzerer Fähndl mit ihren Landsknechts oder Marketenderinnen-Gewändern.

"Für uns ist das während der Wiesen, beim Betreuen, beim Schützen- und Trachtenzug, beim Königsschießen ganz normal. Wie andere mit Jeanshosen oder mit einem Anzug schießen, so schießen wir im Landsknechtsgewand. Der Rock bietet einen Vorteil, wenns so warm ist, weil man immer gute Belüftung hat. ich fühl mich nicht komisch, sondern pudelwohl."

Herbert Deininger, Armbrustschützen Winzerer Fähndl

Klar, dass man fürs Schießen Ruhe und Konzentration braucht, aber die meisten Wiesnbesucher kommen aus einem ganz anderen Grund: sie wollen Bier trinken und feiern und dazu braucht es Musik. Jetzt in diesen Minuten am Samstagmittag erlebt Reinhard Hagitte von der Augustiner Festkapelle einen seiner Lieblingsmomente:

"Vor allem am ersten Tag, wenn man zum ersten Mal auf der Bühne steht, ein erstes Prosit macht und es sind 6.500 Leute, die da unten stehen und Du siehst, wie die Augen vom Maßkrug immer weniger werden, das ist ein einzigartiges Gefühl. Das gibt’s nirgends auf der Welt. Diese Stimmung, diese Atmosphäre, grade in den ersten Momenten, wenn man anfängt neu. Das hast Du nur auf der Wiesn."

Reinhard Hagitte, Leiter Augustiner-Festkapelle

Die Augustiner-Festkapelle ist die einzige Wiesnkapelle, die die Strapazen auf sich nimmt und im Trachten- und Schützenzug mitgeht. Die anderen tun sich das nicht an. Die Sängerin Karoline Weidner kann so etwas nicht verstehen. Sie freut sich das ganze Jahr auf die Wiesn und den Schützen- und Trachtenzug. Auch sie ist eine der herausragenden Figuren, die jeder kennt, der den Zug schon einmal gesehen hat. Sie verkörpert die legendäre Bräurosl. Obwohl sie anfangs, als sie das Angebot bekam, nicht so begeistert war. Da dachte sie…

"Wiesn lieber nicht. Da war ich in ganz Deutschland unterwegs mit Shows. mit Hellwigs, mit Franzl Lang, mit Fred Bertlmann, die alte Garde. volkstümliche Musik. Da war der Wiesnausflug eher nicht so gefragt bei mir. Da sagt der: wir bräuchten dringend eine Jodlerin, Bräurosl. Sag ich ja mei, Bräurosl. Ja und Sie dürfen auch auf einem Pferdl reiten. Oh, hab ich mir gedacht, Wenn ich reiten darf. Mache ich es. So bin ich dazu gekommen und jetzt bin ich Bräurosl."

Karoline Weidner, Darstellerin der Bräurosl

Wir drücken die Daumen, dass es beim Festzug zum Oktoberfest nicht schüttet, sondern dass die rund 9.000 Trachtler, Schützen, Rosserer und Musikanten trocken und bei Sonne auf die Wiesn kommen. Das Münchner Kindl, die Armbrustschützengilde Winzerer Fähndl, die Augustiner Festkapelle und die Bräurosl werden aber in jedem Fall strahlen!


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