Bayern 2

Breitengrad Spanisches Dorf trotzt Krise

Members of Andalusian trade union SAT leader Diego Canamero (2L) and Mayor of Marinaleda and autonomous congressman, Juan Manuel Sanchez Gordillo (3R), lead the march as they leave the gardens of Moratalla Palace in Cordoba, Andalucia, Spain, 22 August 2012. | Bild: picture-alliance/dpa

Mittwoch, 08.01.2014
14:05 bis 15:00 Uhr

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BAYERN 2

"Ein anderes Leben ist machbar"
Das widerspenstige spanische Dorf Marinaleda
Von Rilo Chmielorz
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Ganz Spanien ist von der Wirtschafts-Krise gebeutelt und mit einer Arbeitslosenquote von etwa 25 Prozent immer noch Spitzenreiter innerhalb der Eurozone. Kommt man nach Andalusien, steigt der Anteil der arbeitslosen Bevölkerung auf satte 35 Prozent. Nur in einem Dorf scheint dies anders zu sein. Marinaleda rebelliert schon seit über dreißig Jahren gegen Großgrundbesitz und Immobilienblase. Stattdessen setzt der Bürgermeister auf „Investition statt Kürzung“: Auf Vollbeschäftigung in genossenschaftlichen Betrieben und auf billigen Wohnraum. Hauptarbeitgeber im Dorf ist ein landwirtschaftlicher Genossenschaftsverbund, und die Einwohner profitieren auch von der Weiterverarbeitung ihre Erzeugnisse: Die örtliche Dosenfabrik verarbeitet die Ernte, eine lokale Ölmühle presst Oliven zu feinstem Öl. Der Mehrwert bleibt im Dorf: Mit seinen knapp 3000 Einwohnern hat Marinaleda eigene Sportanlagen, einen Park, ein Schwimmbad, Grundschule und Gymnasium. Ihre Häuser bauen sich die Dorfbewohner selbst: Die Gemeinde stellt das Grundstück zur Verfügung. Ein billiger Kredit für das Baumaterial kommt aus Sevilla, und den bezahlen die Selbstbauer mit fünfzehn Euro im Monat zurück. Vor dem Rathaus leuchtet die Parole: “Ein anderes Leben ist machbar”. Eine Reportage von Rilo Chmielorz.

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