Bayern 2

Bayerisches Feuilleton Es geschah in der Villa Stuck

Maria Franziska von Stuck auf dem Bild "Mary als Griechin" | Bild: picture-alliance/dpa

Samstag, 23.02.2013
08:05 bis 09:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Es geschah in der Villa Stuck
Geschichte von der Tochter der Sünde
Von Ulrike Voswinckel
Als Podcast verfügbar
Wiederholung am Sonntag, 20.05 Uhr

Ein Müllersohn aus Tettenweis wird zum geadelten Ritter der Kunststadt München, doch was sich so märchenhaft anhört und es zeitweise auch war, hatte Verwicklungen, die Qual der Wahl, Versuchungen und Prüfungen parat. Und für das einzige Kind des Malerfürsten Franz Stuck - seine "Prinzessin" - viel Leid, Einsamkeit und Anfälle von Wahnsinn.
Drei Frauen spielen im Leben des Künstlers die entscheidenden Rollen: die bildschöne Anna Maria Brandmaier aus Bayerdilling, Stucks Jugendliebe, eines der Modelle für Stucks berühmtestes Bild "Die Sünde" – sie ist die Mutter der Prinzessin, der Tochter Maria Franziska. Aber Königin wird eine andere; Stuck heiratet die reiche und ebenfalls sehr schöne Mary Lindpaintner, die ihm den Weg in die Münchner Gesellschaft ebnet, und malt gleichzeitig Bilder, in denen er zwischen zwei Frauen hin und her gerissen ist. Die dritte und wichtigste Frau wird schließlich seine Tochter. Alle drei Frauen tragen den Namen Maria – die Tochter Maria Franziska wird nach der amerikanischen Ehefrau in Mary umbenannt: zweimal Mary Stuck.
Mary Lindpaintner, die keine Kinder von Stuck bekam, setzte alles daran, seine uneheliche Tochter ins Haus zu holen, da sie um ihre Ehe fürchtete. Nach einem aufwändigen Prozess gelang es Stuck mit Hilfe des Prinzregenten, die Tochter gegen den Willen der leiblichen Mutter Anna Maria zu adoptieren. Die kleine Mary liebte ihren Vater abgöttisch, der damals im Zenith seines Ruhmes stand.
Ulrike Voswinckel verfolgt den Lebensweg der "geraubten Prinzessin", die bis zu ihrem Lebensende 1961 die Stuck-Villa als ihr Vermächtnis betrachtet hat.

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