Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Potemkin und Rasputin

Rasputin | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 27.02.2012
15:05 bis 16:00 Uhr

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BAYERN 2

Fürst Potemkin
Vertrauter und Günstling der Zarin Katharin

Rasputin
Wanderprediger, Geistheiler, Hassfigur

Das Kalenderblatt
27.2.1922
Die Verkehrsampel wird patentiert
Ausgewählte Beiträge als Podcast verfügbar

Fürst Potemkin – Vertrauter und Günstling der Zarin Katharina
von Gabriele Bondy
Sein Name ist Programm. Die nach ihm benannten "potemkinschen Dörfer" sind auch heute noch das Synonym für Lug und Trug. Doch wer war Potemkin wirklich? Genie? Hochstapler? Günstling und einflussreichster Berater am Hofe der Zarin Katharina II.? Offensichtlich vereinte er recht widerstreitende Anlagen in sich. Ein bizarrer Charakter war er jedenfalls, was die Legendenbildung erleichterte. Überliefert sind seine teilweise wahnhaften Religionspraktiken, seine unermessliche Habgier und Verschwendungssucht. Und: seine geschickte Art, andere "hinters Licht zu führen" oder zumindest von seinen Plänen zu überzeugen. Unbestritten ist Potemkin Mitschöpfer "Neurusslands". Die Reise 1787 in den Süden des Riesenreiches – von Petersburg über Smolensk und Kiew bis Sewastopol - die die Zarin aus Anlass ihres 25jährigen Thronjubiläums unternahm, "sollte der Welt zeigen, welche Kräfte in Russland steckten." Gesandte aus England, Frankreich und Österreich nahmen daran teil. Potemkin hatte alles minutiös vorbereitet. Die "Verschönerung" der heruntergekommen Dörfer und die "Ausstaffierung" der bettelarmen Untertanen mit sauberer Kleidung inbegriffen. Mag auf dieser Tour einiges äußerer Schein gewesen sein, vieles was Potemkin organisiert hat, ist von Dauer gewesen. Als Generalgouverneur setzte er Reformen um, förderte die wirtschaftliche Entwicklung, Städtegründungen und blühende Landschaften. Gabriele Bondy zeichnet anhand neuerer Forschungsergebnisse ein differenziertes Bild von Zeit und Person Potemkins, in dem dessen persönliche Eigenheiten und seine große Liebe zu Gott, Vaterland und Zarin nicht ausgespart bleiben - jener Katharina II. also, die nicht von ungefähr auch "die Große" genannt wird.

Rasputin – Wanderprediger, Geistheiler, Hassfigur
von Julia Smilga
Über Grigorij Rasputin, den frommen Bauern und Wunderheiler, den Sexbesessenen und Trunkenbold am Hof des letzten russischen Zaren, ist viel spekuliert worden. Schon zu Lebzeiten eine Legende, gehört Rasputin zu den Personen der Geschichte, die jeder kennt und über die niemand wirklich etwas weiß. Ein Geheimnis umgibt den Mönch und Wanderpropheten der im Jahrzehnt vor der Russischen Revolution großen Einfluss auf die letzte Zarenfamilie hatte und kurz vor Ausbruch der Revolution auf grausame Weise ermordet wurde. Das prophetische Testament, das Rasputin kurz vor seiner Ermordung Zar Nikolaus II. übermittelte, lässt vermuten, dass er ein Hellseher war: "Wisse, wenn Deine Verwandten den Mord an mir begehen, werden alle Deine Angehörigen und Kinder binnen zwei Jahren sterben... Das russische Volk wird sie töten..." In der Tat brach wenige Wochen nach seiner Ermordung im Dezember 1916 die russische Februar- Revolution aus, in deren Folge Zar Nikolaj II. zur Abdankung gezwungen wurde. Die Zarenfamilie wurde nach Sibirien verbannt und 1918, nach der Machtergreifung der Bolschewiken, ermordet. War nun Rasputin ein Prophet, Friedenskämpfer und Sozialreformer oder ein Satan, Sektierer und Sexualtäter? Julia Smilga versucht das Rätsel Rasputin zu lösen.

Redaktion: Brigitte Reimer
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