Bayern 2

radioTexte - Das offene Buch 100 Jahre PEN und die Freiheit des Worts

Logo 100 Jahre PEN Interntional | Bild: PEN International

Sonntag, 10.10.2021
12:30 bis 13:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Am 5. Oktober 1921 wurde die Vereinigung von Poets, Essayists and Novellists in London gegründet, um Freundschaft und geistigen Austausch unter Schriftstellern verschiedener Länder zu fördern. Längst ist daraus ein Netzwerk internationaler Akteure geworden, die sich für die Freiheit des Worts und für verfolgte Autorinnen und Journalisten weltweit einsetzen. Lesung: Volha Hapeyeva, Yamen Hussein, Said. Moderation: Cornelia Zetzsche

"Wir sind gewissermaßen die Treuhänder der menschlichen Natur", sagte der Schriftsteller und erste PEN-Präsident John Galsworthy während des Gründungsdiners im Restaurant Florence in London. Er warb für Freundschaft, geistigen Austausch, den Abbau von Vorurteilen, für eine bessere Welt und forderte, die Politik aus der Kunst herauszuhalten.
Hundert Jahre später bilanziert Regula Venske, die Präsidentin des deutschen PEN heute: "Wir sind natürlich schon eine politische Bewegung, aber nicht parteipolitisch, sondern in einem humanistischen und humanitären Sinne politisch". PEN-Standorte in mehr als hundert Ländern und tragende Säulen wie "Writers in Prison" und "Writers in Exile" engagieren sich im Namen des PEN für verfolgte Autoren, Journalistinnen und Verleger und Akademiker in aller Welt und bieten Flüchtenden Zuflucht in Städten wie München und Nürnberg.
Volha Hapeyeva aus Minsk ist derzeit ein solcher "Writer in Exile": "daheim hat keine feste anschrift", schreibt die belarussische Linguistin und Schriftstellerin. Und: "so lerne ich gast zu sein/ in den welten anderer menschen in niemandes welt". In der Sendung liest sie aus ihrem Gedichtband "Mutantengarten".
Mit "Salam Yamen" - "Lieber Said", einem Auszug aus einem literarischen Dialog, kommen zwei Dichter zu Wort: Yamen Hussein aus Homs, der vor ein paar Jahren Stipendiat des PEN war, und Said ist nochmal zu hören, der Exilant aus Iran, der im Deutschen ein Zuhause fand, der vielfach ausgezeichnete Dichter und zeitweilige PEN-Präsident, der im Mai in München unerwartet starb. 2017, als beide sich noch nicht kannten, schrieben sie einander Briefe und Gedichte auf Einladung des PEN.
Drei Dichter, drei Gäste des PEN und des Offenen Buchs im Gespräch und mit Gedichten.

Lesungen: Volha Hapeyeva, Yamen Hussein, Said
Moderation und Redaktion: Cornelia Zetzsche

Mit freundlicher Genehmigung des Verlags können wir die Sendungen als kostenlosen Podcast anbieten.